
Er war seiner Zeit um 50 Jahre voraus
Der Opel, der sogar die USA eroberte
Aktualisiert am 16.01.2026 – 04:36 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Sportwagen, der die 1960er prägte, Elektro-Weltrekorde aufstellte und noch immer Fans begeistert: Der GT war Opels ganz großer Wurf.
Er war DAS Thema der IAA 1965: Auf der Frankfurter Automesse enthüllte Opel vor gut 60 Jahren erstmals seinen neuen Experimental GT. Mit seinem flachen, frechen Design, das an eine liegende Coca-Cola-Flasche erinnerte, fesselte er die Besucher sofort. Drei Jahre später rollte das Serienmodell vom Band. Bis heute ist es unvergessen. Genauso wie sein Werbespruch: „Nur Fliegen ist schöner”.
Hinter dem GT standen Erhard Schnell und sein Team im Rüsselsheimer Styling-Studio. Der Hesse prägte über Jahrzehnte hinweg das Design von Opel. Vom Rekord bis zum Calibra tragen Generationen von Opel-Modellen seine Handschrift.
Am GT arbeitete Schnell zunächst fast heimlich, ohne die Geschäftsführung einzuweihen. Erst als der Prototyp auf der IAA gezeigt wurde, konnte auch der Vorstand nicht mehr wegsehen.
Mit seinem flachen Bug, den bauchigen Kotflügeln und der markanten Abrisskante sah der Opel GT aus wie eine liegende Coca-Cola-Flasche. In den 1960er-Jahren war diese sogenannte Coke-Bottle-Linie in den USA immens beliebt. Und der GT wurde zur deutschen Antwort auf die amerikanischen Muscle Cars. Die runden Klappscheinwerfer („Schlafaugen“) gaben ihm zusätzlich ein unverwechselbares Gesicht – zumindest auf deutschen Straßen.
Das Echo war überwältigend, und Opel reagierte schnell: 1968 rollte der GT in Serie. Kurz darauf folgte der GT/J, das „Junior“-Modell für jüngere Käufer. Er war erschwinglich, leistungsstark und wurde deshalb schnell zum Publikumsliebling. Sogar in den USA.









