Neue Strategie
Mit Fitness und Boxen: Grüne wollen junge Männer ansprechen
06.07.2026 – 07:22 UhrLesedauer: 2 Min.
Junge Männer wurden von den Grünen nach eigenen Erkenntnissen bisher vernachlässigt. Das soll sich nun ändern.
Die Grünen versuchen, mit einer neuen Strategie gezielt junge Männer anzusprechen. So verfassten mehrere Bundestagsabgeordnete ein bislang unveröffentlichtes Manifest, berichtet der „Spiegel“. Darin heißt es, im Kampf für Frauenrechte sei etwas auf der Strecke geblieben. Auch Interviews mit dem Playboy oder das öffentliche Inszenieren von Kampf- und Kraftsport gehören offenbar zur Strategie.
Das Manifest haben laut „Spiegel“ neun Männer und vier Frauen unterzeichnet, darunter die Parteivorsitzende Franziska Brantner und ihre Vorgängerin Ricarda Lang. Demnach habe die Partie in der Vergangenheit vor allem definiert, was Männer nicht sein sollen – also nicht gewalttätig, nicht dominant, nicht unterdrückend. „Aber wir haben vergessen, ein Angebot zu machen, was Männlichkeit stattdessen sein kann“, zitiert der „Spiegel“.
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„Wir haben ein Vakuum geschaffen, und in dieses Vakuum strömen jetzt die alten Bilder zurück.“ Die Abgeordneten fordern: „Wir brauchen ein positives Bild, was gute Männlichkeit sein kann.“
Darüber hinaus luden die Grünen-Bundestagsabgeordneten Sven Lehmann und Till Steffen zu einem Fachgespräch in den Bundestag ein, nachdem sie vor 16 Jahren bereits das erste Männermanifest der Grünen verfasst hatten. Lehmann sagte dazu laut „Spiegel“: „Ich frage mich, ob es der richtige Ansatz ist, dass alle Männer sich für ihr Mannsein schämen sollen.“
Politiker zeigen sich beim Boxen und Pumpen
Der Parteivorsitzende Felix Banaszak gab derweil kürzlich ein Interview im Männermagazin „Playboy“. Dort sagte er: „Du kannst im Fitnessstudio pumpen gehen oder dir die Fingernägel lackieren. Von mir aus geh mit lackierten Fingernägeln pumpen. Du kannst Lastenrad fahren oder BMW X3. Alles fein, der zentrale Punkt ist doch: Sei kein Arschloch!“
Im „Spiegel“ ergänzte er nun: „Uns fehlen Räume, in denen sich Männer über ihre Probleme austauschen und mit Geschlechterthemen befassen können.“ Für Frauen sei dies ganz normal.
Der frühere Parteivorsitzende Anton Hofreiter ließ sich dagegen vom „Spiegel“ beim Boxen begleiten. „Es gibt im linken Lager kein positives Bild moderner Männlichkeit“, beklagt er. Im progressiven Lager werde Männlichkeit „automatisch mit dem Begriff toxisch verbunden“.
Dagegen zeigte sich der Abgeordnete Julian Joswig im „Spiegel“ beim Krafttraining. „Wir Grünen müssen aus unseren Hygienezonen raus“, sagte er dort. Zukünftig wolle er möglicherweise auch Fitnesscontent in den sozialen Medien posten. Schon jetzt seien 60 bis 80 Prozent seiner Follower junge Männer.












