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Home » Greifswald will chronische Krankheiten früher erkennen
Gesundheit

Greifswald will chronische Krankheiten früher erkennen

By zeit-heute.deMärz 28, 20262 Mins Read
Greifswald will chronische Krankheiten früher erkennen
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„Fenster zum Körper“

Neue Technologie soll chronische Erkrankungen frühzeitig erkennen

28.03.2026 – 12:50 UhrLesedauer: 3 Min.

Vergrößern des Bildes

Feine Gefäße: Die Netzhaut kann Hinweise auf gesundheitliche Risiken liefern. (Quelle: Bernd Wüstneck/dpa)

Die Netzhaut verrät „als Fenster zum Körper“ nicht nur etwas über die Gesundheit der Augen. Auch Hinweise etwa auf Herz- oder Nierenprobleme kann sie liefern. Dank KI soll dies noch genauer gehen.

Künstliche Intelligenz stellt mitunter auch Mediziner vor Rätsel. „Wir wissen nicht genau, wie sie das macht, aber sie macht es ziemlich gut“, sagt Andreas Stahl. Der Leiter der Augenklinik der Universitätsmedizin Greifswald (UMG) spricht davon, dass KI anhand von Bildern der Netzhaut im Auge das Geschlecht eines Menschen bestimmen kann. „Mit erstaunlich hoher Präzision.“ Diese Erkenntnis habe Augenärzte seinerzeit erschüttert.

„Ich könnte Ihnen nicht sagen, ob das Bild von einem Mann oder von einer Frau ist“, gibt Stahl zu. Der praktische Nutzen sei aber auch begrenzt, da das Geschlecht leicht anderweitig zu erkennen sei. Das Beispiel zeige aber das Potenzial der KI. Dieses wollen sich Greifswalder Forscher zunutze machen.

Mit dem Projekt „Retinal Age“ (deutsch: Netzhautalter) wollen sie eine KI entwickeln, die möglichst präzise anhand von Netzhautfotos etwa chronische Erkrankungen frühzeitig erkennt oder auch individuelle Gesundheitsrisiken.

Vom Auge „als Fenster zum Körper“ spricht Stahl. Viele Erkrankungen, gerade Kreislauf-Erkrankungen, gingen mit Veränderungen von Blutgefäßen einher, etwa im Gehirn, in der Niere oder am Herzen. Ein Schlaganfall oder Herzinfarkt seien mögliche Folgen.

„Aber die Gefäße sehen sie alle nicht. Und nur an der Netzhaut sehen wir diese kleinsten Gefäße.“ Selbst MRT-Untersuchungen des Herzens lieferten nicht die entsprechende Auflösung. Fotos der Netzhaut hingegen funktionierten ohne viel Aufwand, teils sogar ohne vorher die Pupille mit Tropfen zu erweitern.

Schon jetzt denken Augenärzte nicht nur an Augenerkrankungen, sagt Stahl. Mitunter rieten sie Patienten bei Auffälligkeiten, einen Kardiologen oder Nierenexperten aufzusuchen. „Dafür brauchen wir nicht unbedingt die KI. Manche Dinge sehen wir auch selbst.“ Aber: Die KI könne noch mehr Merkmale noch feiner analysieren. Laut Stahl gibt es schon zugelassene KI-Algorithmen, die Augenprobleme als Folge von Diabetes erkennen können. Auch bei der Diagnose bestimmter anderer Augenerkrankungen werde KI schon eingesetzt.

Der Greifswalder Bioinformatiker Lars Kaderali sagt, sogenannte neuronale Netzwerke seien sehr gut darin, Muster in Bildern zu erkennen. „Da hat in den letzten zehn Jahren die Technik einfach einen Riesensprung gemacht.“

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