
Vergessen seit Jahrzehnten
Münchens spektakulärster Lost Place
08.01.2026 – 17:34 UhrLesedauer: 2 Min.
Wo früher Tausende in die S-Bahn stiegen, wächst heute Gras aus den Gleisen. Der alte Bahnhof am Olympiapark ist ein verborgener Magnet für Abenteurer – und offiziell tabu.
Mitten im Münchner Olympiapark, zwischen Parkwegen und Veranstaltungsflächen, liegt einer der wohl spektakulärsten Lost Places Deutschlands: ein seit Jahrzehnten stillgelegter S-Bahnhof. Von außen kaum sichtbar, verbirgt sich hinter einem Bauzaun ein verlassener Ort, an dem einst der Puls der Sport-Großstadt schlug – heute jedoch herrscht dort gespenstische Stille. Der Beton bröckelt, Birken wachsen durch den Asphalt, und zwischen überwucherten Gleisen zeugen nur noch verblasste Schilder von der Vergangenheit.
Errichtet wurde der Bahnhof 1972, als München Austragungsort der Olympischen Sommerspiele war. Während der Spiele rollten im Minutentakt Züge der Linien S5, S11 und S25 an, unter anderem für das Fußball-Länderspiel Deutschland gegen die Sowjetunion im Mai desselben Jahres.
Doch nach dem Ende der Spiele verlor der Bahnhof rasch an Bedeutung. Er wurde aus dem regulären Netz genommen, nur zu Großveranstaltungen im Olympiastadion hielt hier noch eine S-Bahn. Im Sommer 1988 führte schließlich ein tragischer Unfall zur endgültigen Stilllegung: Kinder kletterten auf abgestellte Güterwagen und kamen dabei mit der Oberleitung in Kontakt.
Seitdem ist die Station, die früher den offiziellen Namen Bahnhof „Olympiastadion“ erhielt, dem Verfall überlassen. Glasscherben liegen umher, Treppenabgänge sind zugeschüttet, überall Unkraut. Die Natur holt sich das Areal zurück, und längst hat sich der Ort als Hotspot für Fotografen, Abenteurer und Street-Art-Künstler etabliert. Dabei ist der Zutritt streng verboten – wer das Gelände betritt, macht sich laut Stadt strafbar.
2008 wurde das Gelände kurzzeitig wieder öffentlich diskutiert – als möglicher Halt der geplanten Magnetschwebebahn Transrapid, dem einstigen Vorzeigeprojekt des damaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU). Doch mit dem Aus für das Projekt verschwand auch diese Vision. 2011 übernahm schließlich die Stadt München das 6,7 Hektar große Areal von der Deutschen Bahn.











