Alles nur noch intern
Google schließt Android-Entwicklung für Öffentlichkeit
29.03.2025 – 13:39 UhrLesedauer: 2 Min.
Google hat beschlossen, sein Betriebssystem Android künftig nur noch intern zu entwickeln. Was bedeutet das für Nutzer?
Google stellt die Entwicklung seines Smartphone-Betriebssystems Android um. Wie das Fachmagazin „Android Authority“ berichtet, wird der US-Konzern ab kommender Woche die gesamte Weiterentwicklung nur noch hinter verschlossenen Türen betreiben.
Bislang konnten externe Entwickler und Interessierte bei bestimmten Android-Bausteinen die Entwicklung verfolgen und sogar mitarbeiten. Künftig wird dieser Prozess ausschließlich intern stattfinden. Als Hauptgrund nennt Google Probleme beim Zusammenführen der verschiedenen Arbeitsstände, da bisher zwei parallele Versionen gepflegt werden mussten – eine öffentliche und eine interne.
Diese Doppelarbeit führte laut dem Bericht regelmäßig zu Verzögerungen. Wenn etwa im internen Entwicklungszweig Änderungen vorgenommen wurden, mussten diese mühsam mit dem öffentlichen Zweig abgestimmt werden. Dies kostete Zeit und Ressourcen, die Google nun einsparen will.
Der Tech-Riese betont aber, dass das Betriebssystem weiterhin ein Open-Source-Projekt bleibe. „Google ist weiterhin verpflichtet, den Quellcode von Android zu veröffentlichen“, zitiert „Android Authority“ das Unternehmen. Allerdings wird die fertige Software künftig erst nach Abschluss der Entwicklung veröffentlicht, während Zwischenschritte nicht mehr einsehbar sind.
Für normale Smartphone-Nutzer ändert sich durch diese Umstellung nichts. Auch App-Entwickler sind nicht betroffen, da sich die Änderungen ausschließlich auf die Entwicklung des Betriebssystems selbst beziehen. Selbst Entwickler von angepassten Android-Versionen dürften kaum Nachteile spüren, da diese in der Regel mit stabilen Veröffentlichungen arbeiten und nicht mit den täglichen Entwicklungsänderungen.
Spürbare Einschränkungen gibt es hingegen für externe Entwickler, die bisher zum öffentlichen Entwicklungsprozess beigetragen haben. Ohne eine spezielle Lizenz für Google Mobile Services wird es künftig schwieriger, zur Android-Entwicklung beizutragen.
Auch Tech-Journalisten verlieren eine wichtige Quelle für Vorabinformationen. Wie „Android Authority“ berichtet, wurden in der Vergangenheit durch frühe Code-Änderungen im öffentlichen Bereich etwa die Webcam-Funktion des Pixel-Smartphones und Hinweise auf kommende Geräte entdeckt. Diese Einblicke in Googles Pläne fallen künftig weg.