
Aktualisiert am 15.02.2026 – 14:23 UhrLesedauer: 2 Min.

Einen ersten Platz hat Deutschlands Biathlon-Team in Antholz noch nicht geholt. Dennoch gab es am Sonntag eine Goldmedaille.
Aus Antholz berichtet Benjamin Zurmühl
Um 12.33 Uhr war es so weit: Am Sonntag, eine Woche nach dem Beginn der ersten Biathlon-Wettkämpfe bei den Olympischen Spielen 2026, erklang die deutsche Nationalhymne in Antholz. Der Grund war aber kein aktueller Erfolg, sondern einer von vor zwölf Jahren.
Weil der russische Staffel-Läufer Jewgeni Ustjugow des Dopings überführt wurde und seine Ergebnisse der Olympischen Spiele von 2010 und 2014 für ungültig erklärt wurden, erhielt die deutsche Silber-Staffel nachträglich Gold. Und so standen Arnd Peiffer, Erik Lesser, Daniel Böhm und Simon Schempp am Sonntagmittag ganz oben auf dem Podium.
Die Originalmedaillen der Russen seien es aber wohl nicht, vermutete ein mit Gold geschmückter Erik Lesser. „Es sind keine Kratzer dran, und ich unterstelle mal dem Russen, dass er, bevor er es weggeschickt hätte, noch mal ein paar Kratzer drangemacht hätte“, sagte Lesser mit einem Schmunzeln in der Mixed Zone.
Die Verleihung der Medaillen in Antholz, vor mehr als 18.000 Fans bei strahlendem Sonnenschein, gefiel den deutschen Olympiasiegern. „Das war der beste Rahmen, den wir uns unter den Umständen hätten wünschen können. Bei Olympia, viele deutsche Fans, super Wetter, das hat perfekt gepasst“, sagte Daniel Böhm. „Der Moment vor zwölf Jahren wäre natürlich schöner gewesen, aber das war jetzt schon noch einmal etwas ganz Besonderes.“
An die Verleihung der Silbermedaille in Sotschi kam der Moment aber verständlicherweise nicht heran. „Ich kann für mich sagen, dass die Silbermedaille damals emotionaler war, weil du das Rennen ganz präsent hast“, erklärte Böhm. „Nichtsdestotrotz ein cooler Moment.“
Ob es noch einmal Gold für Deutschland in Antholz geben wird, da waren sich die deutschen Ex-Biathleten nicht so sicher. Gleichzeitig machte Erik Lesser der Herren-Staffel Mut: „2014 waren wir in einer Situation, in der wir angereist sind und es wurde etwas erwartet und wir sind den Erwartungen hinterhergerannt. Und dann sind wir als Sieger vom Platz gegangen. Vielleicht gibt es auch zwölf Jahre später eine ähnliche Geschichte. Am Ende ist es Biathlon und es gibt viele Eventualitäten, die man nicht berechnen kann.“ Das Ergebnis gibt es am kommenden Dienstag.











