Naturkatastrophe im Himalaya

Dieses Phänomen soll die Ursache für die Sturzflut sein


Aktualisiert am 27.08.2026 – 12:04 UhrLesedauer: 3 Min.

Reste eines mit Schlamm bedeckten Gebäudes nach der Sturzflut in Trishuli im Distrikt Nuwakot, Nepal, am 26. August 2026. (Quelle: Navesh Chitrakar/reuters)

Die Sturzflut im Himalaya kam mit verheerender Wucht. Neue Auswertungen zeigen: Hinter der Katastrophe könnte ein Gletscherseeausbruch stehen – ein Phänomen, dessen Risiko in vielen Hochgebirgsregionen steigt.

Bei der Sturzflut in der Grenzregion zwischen Nepal und Tibet im Himalaya sind nach Behördenangaben sehr viele Menschen ums Leben gekommen. Hunderte Touristen werden noch vermisst. Auf Anfrage von t-online teilte das Auswärtige Amt mit, dass „leider mit sehr vielen Todesopfern zu rechnen“ sei. Zum jetzigen Zeitpunkt habe man aber keine Kenntnis von deutschen Staatsangehörigen unter den Opfern.

Eine genaue Ursache für die Katastrophe im Himalaya wurde vonseiten der Behörden bisher noch nicht offiziell bestätitgt. Von tibetischer Seite heißt es, dass ein kollabierter Gletscher wohl als Ausgangspunkt der Flut identifiziert wurde. Diese Eischätzung teilen auch verschiedene Experten. Der kanadische Geomorphologe Dan Shugar veröffentlichte entsprechende Satellitenbeobachtungen und lokalisierte den Ursprung der Naturkatastrophe, die zu dem verheerenden Erdrutsch in der Grenzregion geführt haben soll, im Hochgebirge nördlich der nepalesischen Grenze.

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Gletschersturz als mögliche Ursache für Sturzflut im Himalaya

Nach Angaben des Fachportals „erdbebennews.de“, das Daten des US Geological Survey (USGS) ausgewertet hat, ereignete sich fast zeitgleich ein vermeintliches Erdbeben der Stärke 4,4 auf der Richterskala. Dieses führte zunächst zu Spekulationen über die Ursache der Sturzflut.

Aufzeichnungen zeigen jedoch sehr deutlich, dass dort offenbar kein gewöhnliches tektonisches Erdbeben stattgefunden hat. Es habe kein impulsives, sondern ein allmähliches Signal eingesetzt, so die Auswertung. Dieses entwickelte sich über viele Sekunden und lässt auf eine lang anhaltende Bodenbewegung schließen, die stark von oberflächennahen Wellen geprägt ist.

Im Video | Luftaufnahmen zeigen das Ausmaß der Katastrophe

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Ein solches Signal ist typisch für große Massenbewegungen wie Bergstürze, Fels- oder Eislawinen. Dabei entsteht die seismische Energie nicht durch einen plötzlichen Bruch einer Störungsfläche, sondern über einen längeren Zeitraum durch gewaltige Massen, die sich über den Untergrund bewegen. Das lange Nachschwingen könnte zudem von den späteren Wasser- und Geröllmassen stammen, die sich durch das Tal wälzen.

Gletscherseeausbruch führte wohl zu verheerender Naturkatastrophe

Deshalb bleibt die wahrscheinlichste Ursache für die Naturkatastrophe im Himalaya ein sogenannter Gletscherseeausbruch. Dieses Phänomen ist die plötzliche Entleerung eines Sees, der durch Gletschereis oder einen natürlichen Wall aus Geröll und Gestein – eine sogenannte Moräne – aufgestaut wird. Dabei kann eine große Flutwelle talabwärts schießen.

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