Zeugen fehlen wegen Iran-Krieg
Block-Prozess droht zu scheitern: Gericht setzt auf diese Methode
24.03.2026 – 17:26 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Prozess gegen Christina Block kommt kaum voran. Zeugen aus Israel können wegen des Iran-Kriegs nicht nach Hamburg reisen. Nun sucht das Gericht nach Alternativen.
Der Prozess um die mutmaßliche Entführung der beiden jüngsten Kinder der Hamburger Unternehmerin Christina Block kommt nur schleppend voran. Entscheidende Zeugen aus Israel fehlen, weil sie aufgrund des Kriegs im Iran derzeit nicht nach Hamburg reisen können. Mehrere Verhandlungstage mussten deshalb ausfallen.
Das Gericht prüft nun eine mögliche Video-Zuschaltung. Die Vorsitzende Richterin erklärte, es werde erwogen, die Aussagen der Israelis per Videotechnik in den Prozess einzubinden. So könnten ihre Aussagen auch ohne persönliche Anwesenheit aufgenommen werden.
Die vier Zeugen spielen eine zentrale Rolle in dem Verfahren. Sie sollen an der Entführung beteiligt gewesen sein, sind jedoch selbst nicht angeklagt. Für ihre Aussagen wurde ihnen sicheres Geleit zugesichert. Ohne ihre Vernehmung kommt das Verfahren kaum voran.
Wie stark sich ihr Fehlen auswirkt, zeigte sich am 42. Verhandlungstag. Zunächst sagte eine Polizeibeamtin aus, anschließend wurde der Termin nach rund eineinhalb Stunden beendet. Auch die angesetzten Termine am Donnerstag und Freitag wurden gestrichen. Ein Ersatzprogramm gab es nicht.
In den Fokus rückten stattdessen Vorwürfe gegen die Hamburger Polizei. Verteidiger kritisierten Versäumnisse unmittelbar nach der Tat. Die Telefonnummer der Mutter sei früh bekannt gewesen, dennoch habe man sie nicht sofort informiert.
Eine Kriminalbeamtin bestätigte dies vor Gericht. „Ich habe die Kindesmutter nicht informiert“, sagte sie. Stattdessen habe sie sich zunächst mit der dänischen Polizei abgestimmt und weitere Informationen gesammelt.
Im Zentrum des Verfahrens steht der Vorwurf, dass zwei Kinder in der Silvesternacht 2023/24 im Auftrag von Christina Block gewaltsam aus Dänemark nach Deutschland gebracht wurden. Der damals zehnjährige Junge und seine 13-jährige Schwester sollen zunächst nach Süddeutschland gebracht worden sein, bevor die Mutter sie nach Hamburg holte.
Block, Tochter des „Block House“-Gründers Eugen Block, weist die Vorwürfe zurück. Neben ihr sind sechs weitere Angeklagte vor Gericht. Nur ein Beteiligter hat die Tat teilweise eingeräumt.
Wann die entscheidenden Zeugen aussagen können, ist offen. Sollte die Video-Lösung umgesetzt werden, könnte das Verfahren trotz der angespannten Lage im Nahen Osten wieder an Fahrt gewinnen.











