Finale im Block-Prozess
Delling prangert „schreiende Ungerechtigkeit“ an
Aktualisiert am 30.09.2026 – 16:29 UhrLesedauer: 3 Min.
Der Block-Prozess geht in die Schlussphase. Der Angeklagte Gerhard Delling sagt noch einmal aus – und spricht von einer „schreienden Ungerechtigkeit“.
Gerhard Delling hat am Mittwoch erneut alle Vorwürfe gegen ihn bestritten: „Ich war weder beteiligt noch hatte ich eine Ahnung davon“, sagte der 67-Jährige vor dem Landgericht Hamburg.
Der ehemalige ARD-Sportmoderator ist wegen Beihilfe zur Kindesentführung angeklagt. Seine Partnerin, Christina Block, soll nach einem erbitterten Sorgerechtsstreit eine israelische Sicherheitsfirma damit beauftragt zu haben, ihre damals 13-jährige Tochter und den zehnjährigen Sohn vom Wohnort des Vaters Stephan Hensel in Dänemark nach Deutschland zu entführen.
- Block-Tochter über Nacht der Entführung: „Ich habe ihn noch nie so schreien gehört“
Nachdem Delling bereits vor rund einem Jahr ausgesagt hatte, erklärte er nun, der Prozess habe sein Leben „extrem beeinträchtigt“. Dass er und Block zu Feindbildern gemacht würden, könne er sich nur mit einem „erheblichen Einfluss“ erklären, berichtete das „Hamburger Abendblatt“ aus dem Prozess. Er empfinde den Gedanken daran als „sehr fürchterlich“, sagte Delling.
Delling im Block-Prozess: „Tränen gehören zu unserem Alltag“
Die beiden jüngsten Kinder seiner Partnerin „hingen sehr an ihrer Mama“, sagte Delling. Wie die anderen Block-Kinder hätten sie nicht nur keine Angst vor ihrer Mutter gehabt, sie seien „eng mit ihr verbunden“ gewesen. Als sie im Sommer 2021 nach einem Aufenthalt bei ihrem Vater nicht zur Mutter nach Deutschland zurückkehrten, habe sich das Leben von Christina Block „vollständig“ verändert, sein eigenes in weiten Teilen. Vorher habe er Christina Block noch nie weinen sehen, sagte Delling in einer mehrstündigen Erklärung. „Seitdem gehören Tränen zu ihrem und damit unserem Alltag“. Er habe „noch nie so viele Tränen gesehen“.
Die Polizei habe damals nicht angemessen reagiert. „Das war der Anfang einer Reihe von Fehlentwicklungen“, sagte Delling. Dass Christina Block zu Gerichtsterminen nicht erscheinen sollte und nur der leibliche Vater Kontakt zu den Kindern hatte, sei eine „schreiende Ungerechtigkeit“ gewesen. Um dem etwas entgegenzusetzen, sei er sogar einmal verkleidet zu einem Gerichtstermin erschienen – um für seine Partnerin zu beobachten, wie mit den Kindern umgegangen wurde. Dabei habe er „keine Spur“ wahrgenommen, dass die Kinder allein befragt wurden, sagte Delling.
In der Silvesternacht habe er keine Ahnung gehabt, dass die Kinder entführt werden könnten, sagte der 67-Jährige. Er habe in den Tagen danach selbst Ängste vor Angriffen gehabt, denn er habe den Hinweis erhalten, dass der leibliche Vater als aggressiv gelte, sagte Delling. Er betonte, dass er Selbstjustiz ablehne. Er habe sich sein Leben lang nichts zuschulden kommen lassen. „Es gibt in all den Jahren keine Skandale und Skandälchen“, betonte er. Infolge des Prozesses sei sein „Arbeitsleben nahezu zum Erliegen gekommen“.












