
Gefährlicher Irrtum
Unbedingt prüfen: Gehört Ihnen Ihr Auto wirklich?
Aktualisiert am 19.01.2026 – 13:58 UhrLesedauer: 2 Min.
Geld gegen Papiere: Wer den Brief hat, dem gehört das Auto? Ein gefährlicher Irrtum. Warum der Fahrzeugbrief Sie nicht zum Eigentümer macht. Und welches Dokument wirklich zählt.
Es ist der Moment, auf den jeder Käufer hinfiebert: Schlüssel und Papiere wechseln den Besitzer. Wer die Zulassungsbescheinigung Teil 2 (den alten Fahrzeugbrief) in den Händen hält, wähnt sich am Ziel. Doch die Sicherheit trügt.
Das Dokument ist nämlich kein Eigentumsnachweis. Das steht sogar im Papier selbst. Unter Feld C.4c heißt es unmissverständlich: „Der Inhaber der Zulassungsbescheinigung wird nicht als Eigentümer des Fahrzeugs ausgewiesen.“
Der Grund ist simpel: Für die Behörde ist nur wichtig, wer verantwortlich ist. Wer zahlt die Steuern? Wer haftet bei Unfällen? Wer bekommt die Bußgelder? Das ist der Halter. Ob ihm der Wagen auch rechtlich gehört, spielt für die Zulassungsstelle keine Rolle.
In der Realität sind Halter und Eigentümer oft nicht dieselben Personen – etwa bei Firmenwagen, Leasingverträgen oder finanzierten Autos. In diesen Fällen sitzt der Halter zwar am Steuer, doch das Eigentum liegt bei der Firma oder der Bank. Wer glaubt, allein der Besitz des Briefes schütze vor juristischen Fallstricken, irrt sich gewaltig.
Auch wenn die Zulassungsbescheinigung kein Eigentumsbeweis ist, bleibt sie doch ein entscheidendes Kontrollpapier. Wer ein gebrauchtes Auto kauft, ohne sich die Zulassungsbescheinigung zeigen zu lassen, handelt nach ständiger Rechtsprechung grob fahrlässig.
Sollte der Verkäufer nämlich gar nicht berechtigt gewesen sein, den Wagen zu verkaufen, können Sie das Eigentum nur dann „gutgläubig erwerben“, wenn Sie den Brief sorgfältig geprüft haben. Aber Vorsicht: Handelt es sich um Diebesgut, ist jeder Erwerb ausgeschlossen. Einen gestohlenen Wagen müssen Sie immer ohne Entschädigung an den rechtmäßigen Besitzer zurückgeben – egal, welche Papiere Ihnen ausgehändigt wurden.
Der Fahrzeugbrief ist wichtig, aber er ist keine Urkunde über Ihr Eigentum. Das ist allein der Kaufvertrag. Schauen Sie beim Autokauf also nicht nur auf den glänzenden Lack, sondern vor allem auf die juristische Substanz.











