
Tesla-Fabrik bei Berlin
Gehälter steigen um vier Prozent – IG Metall übt Kritik
02.12.2025 – 20:33 UhrLesedauer: 2 Min.
Tesla erhöht die Gehälter seiner Beschäftigten in Grünheide rückwirkend zum 1. Dezember um vier Prozent. Die IG Metall kritisiert die Maßnahme als unzureichend und fordert weiterhin einen Tarifvertrag.
Der US-Autobauer Tesla hat die Gehälter in seiner Gigafactory in Grünheide um vier Prozent angehoben. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Die Erhöhung gilt rückwirkend seit dem 1. Dezember.
Personalchef Erik Demmler betont in einer Mitteilung: „Wie auch in den vergangenen Jahren haben wir diese Anpassung eigenständig und ohne gewerkschaftlichen Einfluss umgesetzt. Sie basiert wie auch in den vergangenen Jahren auf unserem Versprechen an unsere Mitarbeitenden, die Gehälter regelmäßig zu überprüfen.“
Die IG Metall begrüßt die Lohnerhöhung grundsätzlich. Jan Otto, Bezirksleiter der Gewerkschaft für Berlin, Brandenburg und Sachsen, sagt: „Die Lohnerhöhung bei Tesla ist absolut berechtigt und auch notwendig, das haben sich die Beschäftigten verdient.“ Gleichzeitig kritisiert er: „Allerdings bleibt die Bezahlung bei Tesla auch nach dieser Lohnerhöhung weiterhin deutlich hinter dem branchenüblichen Niveau in der Autoindustrie in Deutschland zurück.“
Laut Tesla liegt das Einstiegsjahresgehalt von Produktionsmitarbeitern nach der Erhöhung „nun rund 6.000 Euro über dem einschlägigen tariflichen Jahresentgelt, welches für Berlin, Brandenburg und Sachsen gilt“. Das seien 14,5 Prozent mehr als der Tariflohn.
Diese Darstellung weist die IG Metall zurück. Otto kritisiert: „Die Tesla-Geschäftsführung redet den Tarifvertrag schlecht, indem sie dessen niedrigste Entgeltgruppe heranzieht. In Automobilwerken sind die untersten beiden Entgeltgruppen aber gar nicht vergeben.“ Er fügt hinzu: „Wenn man noch die längeren Arbeitszeiten bei Tesla berücksichtigt, liegt der Abstand zum Tarifvertrag bei 30 bis 35 Prozent.“
Bei Tesla existiert bislang kein Tarifvertrag. Der Elektroautobauer wehrt sich vehement gegen dessen Einführung. Die Gewerkschaft fordert neben einem Tarifvertrag auch weitere Leistungen wie ein Weihnachtsgeld von mindestens 1.500 Euro für die Beschäftigten.










