Unter anderem Playmobil betroffen
Abgesperrte Regale bei Galeria – das steckt dahinter
13.10.2026 – 18:08 UhrLesedauer: 2 Min.
Mehrere Galeria-Lieferanten haben ihr Eigentumsrecht geltend gemacht und den Verkauf ihrer Waren untersagt. Gleichzeitig ist die Frage des Insolvenzgeldes für knapp 10.000 Beschäftigte geklärt.
In mehreren Galeria-Filialen sind Waren mit Flatterband abgesperrt. Schilder mit der Aufschrift „Diese Marke steht vorübergehend nicht zum Verkauf“ blockieren unter anderem Produkte von Playmobil und dem Schuhhersteller Geox. Der Grund: Mehrere Hersteller haben ihr sogenanntes Aussonderungsrecht im Insolvenzverfahren geltend gemacht.
Das Aussonderungsrecht erlaubt Lieferanten, Waren aus der Insolvenzmasse herauszuhalten, solange sie noch nicht vollständig bezahlt wurden. Wird die Ware weiterverkauft, würde der Erlös andernfalls in die Insolvenzmasse fließen – das wollen die betroffenen Hersteller verhindern. Insolvenzverwalter Frank Kebekus bestätigte, dass einige Hersteller von diesem Recht Gebrauch gemacht haben. Playmobil äußerte sich auf Nachfrage nicht.
- Schon zum vierten Mal: Warenhauskette Galeria stellt Insolvenzantrag
- „Keinen einzigen Cent mehr“: Star-Investor wütet nach Galeria-Insolvenz
Insolvenzgeld für 9.650 Beschäftigte gesichert
Seit Dienstag steht derweil fest: Die Bundesagentur für Arbeit zahlt Insolvenzgeld für 9.650 Galeria-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Lohnkosten belaufen sich auf knapp 25 Millionen Euro im Monat. Eine Bank finanziert die Auszahlungen vor. Die Septembergehälter hatte Galeria noch aus eigenen Mitteln bezahlt.
Das Insolvenzgeld sichert Löhne für bis zu drei Monate vor Eröffnung des formellen Verfahrens und verschafft dem Konzern und dem Insolvenzverwalter Zeit für die Investorensuche.
Vierte Insolvenz in sechs Jahren
Galeria hatte am 2. Oktober beim Amtsgericht Düsseldorf wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet – zum vierten Mal innerhalb von sechs Jahren. Aktuell betreibt das Unternehmen 83 Filialen und beschäftigt insgesamt 11.250 Menschen.
Branchenbeobachtern zufolge sind mindestens 30 Standorte akut gefährdet. Für rund zehn Filialen laufen die Mietverträge im Januar aus. Weitere 24 Häuser gelten wegen schlechter Umsatzzahlen als kritisch. Hinzu kommen erhebliche Investitionsrückstände: In vielen Filialen wurde seit Jahren kaum saniert.
Als mögliche Investoren gelten einem Medienbericht zufolge ein Konsortium aus Lieferanten, darunter möglicherweise der Sockenhersteller Falke und der Modehersteller Roy Robson. Beide Unternehmen äußerten sich auf Anfrage nicht. Ein vollständiger Erhalt aller Filialen gilt als ausgeschlossen.












