
Nach Stromausfall in Zehlendorf
Stromnetz: Wegner nennt Zeitpunkt für Videoüberwachung
19.01.2026 – 19:10 UhrLesedauer: 2 Min.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner hat sich am Montag den Bürgern von Steglitz-Zehlendorf gestellt. Dabei ging es vor allem um das Thema, das den Bezirk zuletzt schwer beschäftigte.
Der Termin des Regierenden Bürgermeisters von Berlin im Harnack-Haus der Max-Planck-Gesellschaft in Dahlem stand schon länger fest. Er war Teil der Gesprächsreihe „Kai Wegner vor Ort“, die den Regierenden Bürgermeister reihum in alle Berliner Bezirke führt. Dass Wegner unmittelbar nach dem großen Stromausfall von Zehlendorf Anfang Januar ausgerechnet hier zum Bürgerdialog angekündigt war, war also reiner Zufall. Doch so konnten am Montag Bürger Fragen stellen und Kritik üben, die erst vor knapp zwei Wochen mehrere Tage lang ohne Elektrizität geblieben waren.
Der CDU-Politiker nannte die Feuer-Attacke auf eine Kabelbrücke im Südwesten Berlins einen „Anschlag von linksextremen Terroristen“. Es habe sich um einen Angriff auf das Berliner Stromnetz gehandelt, der Menschenleben gefährdet hat. Doch Wegner versprach schon bald einen besseren Schutz der Infrastruktur: „Wir wollen in der kommenden Woche erreichen, dass es an allen kritischen Stellen des Stromnetzes Videoschutzmaßnahmen gibt.“ Er wolle die richtigen Lehren aus dem Stromausfall ziehen, so Wegner weiter. Wie genau er in so kurzer Zeit für eine Videoüberwachung neuralgischer Punkte sorgen will, erklärte Wegner nicht.
Zur Erarbeitung einer grundlegenden neuen Schutzstrategie wolle er sich mit Experten austauschen. Dazu sollen Polizei und Feuerwehr, aber auch Pflegeorganisationen gehören, so Wegner. Auch andere Organisationen wie etwa Pflegeeinrichtungen sollen nach seinem Willen in die Planung einbezogen werden. „Wir wollen bis zur Berlin-Wahl im September für einheitliche Strukturen beim Zivil- und Katastrophenschutz sorgen“, sagte der Regierende Bürgermeister. Er wolle den „Druck hochhalten“, um den Schutz der kritischen Infrastruktur zu verbessern.
In Richtung der noch unbekannten Täter sagte Wegner: „Ich erwarte und wünsche mir eine angemessene, eine hohe Strafe, die diese Leute auch spüren.“ Der Brandanschlag sei kein Kinderstreich gewesen.
In Teilen Zehlendorf war nach einem mutmaßlich linksradikalen Anschlag auf eine Kabelbrücke im Südwesten Berlins am 3. Januar der Strom ausgefallen. Rund 50.000 Haushalte blieben dunkel. Heizungen fielen aus, Menschen zogen zu Freunden und Verwandten. Andere buchten sich ein Hotelzimmer, oftmals auf eigene Kosten. Bilder von pflegebedürftigen Senioren, die auf Feldbetten im Cole-Sports-Center schlafen mussten, lösten Empörung aus.
Wegner selbst wurde vorgeworfen, nicht angemessen regiert zu haben. Am 3. Januar, dem ersten Tag des Stromausfalls, kam er nicht in die betroffenen Gebiete. Seine Begründung: Er habe sich den ganzen Tag lang in seinem Büro „eingeschlossen“ und Telefonate mit dem Kanzleramt und verschiedenen Senatsverwaltungen geführt. Erst Tage später stellte sich heraus: Wegner hatte die Öffentlichkeit getäuscht. Denn am besagten Tag traf er sich um 13 Uhr zu einem Tennismatch mit seiner Partnerin, der Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch.










