CDU-Parteitag gesponsert
Kritik an Fritz-Kola: „Braune Limo kommt mir nicht in die Tüte“
16.03.2026 – 12:43 UhrLesedauer: 3 Min.

Das Hamburger Getränkeunternehmen Fritz-Kola hat den CDU-Parteitag finanziell unterstützt – und dafür ordentlich Kritik einstecken müssen. Das sagt der Chef dazu.
Eine Fritz-Kola ist für viele Menschen mehr als eine zucker- und koffeinhaltige, bräunliche Flüssigkeit in einer Glasflasche. Fritz-Kola ist für viele ein Beweis, dass eine Marke in einem kapitalistischen Wirtschaftssystem erfolgreich sein kann, die sich linksalternativ positioniert und Haltung zeigt. „Unabhängig und wach seit 2003“, so heißt der Slogan des Hamburger Unternehmens.
Doch genau dieses Unabhängigkeitsversprechen wurde vor wenigen Wochen gebrochen – so sehen es zumindest viele Fans. Das Unternehmen hat den CDU-Parteitag in Stuttgart im Februar 2026 gesponsert und mehrere Paletten mit Getränken bereitgestellt. Fritz-Kola unterstützt eine christlich-konservative Partei? Auf Social Media ist die Empörung groß, manche rufen sogar zum Boykott auf.
„Braune Limo kommt mir nicht in die Tüte“, kommentiert jemand auf Instagram. „Ihr habt uns echt enttäuscht, ausgerechnet die CDU …“, schreibt eine andere Person. Viele User schließen sich mit ähnlichen Kommentaren an und schreiben, dass sie von nun an keine Limo der Marke mehr trinken werden.
Es ist eigentlich keine Seltenheit, dass Unternehmen Veranstaltungen verschiedener Parteien sponsern. Wer verstehen will, warum die Reaktion der Fritz-Kola-Community so heftig ist, kann einen Blick auf das Image werfen, welches das Unternehmen kreiert hat: Hip, linksalternativ, auf Nachhaltigkeit bedacht und immer mit klarer Haltung gegen Rechts – so inszeniert sich das Unternehmen seit Jahren.
So arbeitet Fritz-Kola beispielsweise mit dem politisch linken Fußballklub FC St. Pauli zusammen, macht Kampagnen zur Unterstützung von obdachlosen Menschen und sammelt Spenden gegen Rechtsextremismus. Für viele Fans des linksalternativen Milieus ist es daher mehr als verwunderlich, dass Fritz-Kola die CDU unterstützt.
Fritz-Kola-Gründer Mirco Wolf Wiegert erklärte gegenüber dem NDR, dass diese Entscheidung „kein Ausdruck einer parteipolitischen Präferenz“ sei. In einer Stellungnahme auf Instagram erklärt das Unternehmen, dass man durch Parteispenden versuche, die Demokratie zu stärken und so die Bedrohung durch die AfD einzudämmen. Daher habe man den gleichen Beitrag an CDU, SPD, Grüne und FDP gespendet – die Linke nehme prinzipiell kein Geld von Unternehmen an.












