
Friedrich Merz beginnt seine Rede düster: „Eine neue Ära hat schon begonnen“, sagt er. Die Weltordnung sei zwar nie perfekt gewesen, aber: „Heute wackelt ihr Fundament.“ Das „neue Zeitalter der Großmächte“ basiere auf „Macht, Stärke und am Ende: Gewalt“, sagt Merz. „Es ist kein gemütlicher Ort.“ Sondern „ein gefährlicher“.
Allerdings, und das ist der zweite Teil von Merz‘ Botschaft: „Wir müssen diese neue Realität nicht als unser Schicksal akzeptieren.“ Um erfolgreich zu sein, müsse Europa allerdings „harte Wahrheiten“ akzeptieren und „drei Grundpfeiler“ ausbauen.
Erstens, „massiv“ in die eigene Sicherheit investieren. Zweitens, „massiv“ die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Und drittens, als Europäer und Freunde „enger zusammenstehen“.
Auch als es um Grönland geht, bleibt Merz düster gestimmt, obwohl man durch Trumps Ankündigung einer Lösung ja zumindest näher gekommen ist. Der Kanzler aber wird sogar ein wenig deutlicher, als er es zuletzt war. Ohne dabei seine Strategie aufzugeben, die USA dort zu bestärken, wo es ihm klug erscheint. Sicherlich deshalb, weil Trump das mag. Aber eben auch, weil bei allem Ärger einige Dinge in Europa gern gehört werden.
„Wir begrüßen, dass die Vereinigten Staaten die Gefahr durch Russland in der Arktis ernst nehmen“, sagt Merz. Man teile die Einschätzung, dass die europäischen Nato-Partner dort mehr tun müssten. Dass Trump Russland in diesem Fall eindeutig als Gefahr benennt, so die Logik dahinter, könnte auch eine gute Nachricht für die Ukraine sein. Dort ist er bekanntlich nicht immer so klar.
Zugleich macht Merz deutlich, welchen Trump er lieber mag: den vom Mittwochabend, der die Verhandlungslösung verkündete – und nicht den vom Nachmittag, der eine Rede hielt. „Ich begrüße Präsident Trumps Äußerungen vom vergangenen Abend“, sagt Merz. „Das ist der richtige Weg, weil jede Drohung, europäisches Territorium mit Gewalt zu übernehmen, unakzeptabel wäre.“
Man werde die Prinzipien hochhalten, auf denen die transatlantische Partnerschaft begründet worden sei. „Namentlich: Souveränität und territoriale Integrität.“ Wenn es um Staatsgebiet geht, hört die Geschmeidigkeit auf.









