
500 Meter hoher Wolkenkratzer
Freeclimber wagt „Taipeh 101“-Besteigung
Aktualisiert am 25.01.2026 – 02:20 UhrLesedauer: 2 Min.
Er wollte ohne Seil einen 500 Meter hohen Wolkenkratzer besteigen. Netflix-Zuschauer verfolgen Alex Honnolds Versuch live,
Der US-Freeclimber Alex Honnold hat am Sonntag damit begonnen, auf den mehr als 500 Meter hohen Wolkenkratzer „Taipeh 101“ klettern – ungesichert. Das Spektakel mit dem Titel „Skyscraper live“ wurde live auf Netflix übertragen. Einem Menschen zusehen, wie er in einer potenziell tödlichen Situation steckt – Kritiker halten das für ethisch nicht vertretbar.
Honnold zeigte sich kurz vor der Besteigung ruhig, sprach mit seiner Frau und zog sich dann seine Kletterschuhe an. Tausende säumten die Straßen um den Tower. Er blickte nochmals kurz nach oben und dann begann er an einer Ecke des Gebäudes den Aufstieg. Nach den ersten Stockwerten blickte er kurz lächelnd in die Menge unter ihm, die ihm begeistert zujubelte. Seinen Aufstieg begann er entlang der Kante des Tower. Seine erste Hürde war ein etwa zwei Meter hohes Metallstück, das eine Wolke darstellen soll.
Als er es schaffte, drehte sich Honnold kurz um und blickte in die Kameras, die Netflix über ihm positioniert hatte. Dann machte er sich weiter auf den Weg, jetzt wieder an der Kannte entlang. Vom Inneren des Gebäudes machten Menschen Fotos vom Aufstieg, die sich direkt ans Fenster, wenige Zentimeter nur durch die Scheide getrennt, stellten. Dem Kletterer machte das wohl wenig aus, er winkte ihnen sogar zu.
Die österreichische Theologin Claudia Paganini sagte der „Deutschen Welle“, Netflix überschreite eine Grenze, weil allein schon das Konzept voyeuristische Dynamiken fördere. Medien dokumentierten ein Ereignis damit nicht mehr nur und ordneten es ein, sondern produzierten es als Spektakel aktiv selbst.
Der Aufstieg auf das Hochhaus in Taipeh (Taiwan) hatte ursprünglich schon am Samstag stattfinden sollen. Die Entscheidung für eine Verschiebung sei aus Sicherheitsgründen wegen schlechter Wetterbedingungen getroffen worden, hieß es von Netflix.
Der 40-jährige Honnold ist Vater zweier kleiner Kinder. Beim Free Solo klettert er ohne Seil und Sicherung – ein Sturz wäre tödlich. Honnold gilt als einer der besten und zugleich risikobereitesten Kletterer seiner Generation.
Internationale Berühmtheit erlangte er 2017 mit der ersten freien Solo-Begehung der Route „Freerider“ am El Capitan im Yosemite-Nationalpark. Die rund 900 Meter hohe Granitwand kletterte er ohne Sicherung in knapp vier Stunden. Die Leistung wurde im Oscar-prämierten Dokumentarfilm „Free Solo“ (2018) festgehalten und machte Honnold auch außerhalb der Kletterszene bekannt.











