Über 30 Jahre lang im Römer
Frankfurter Politik-Urgestein Klaus Oesterling ist tot
08.08.2026 – 16:12 UhrLesedauer: 2 Min.
Klaus Oesterling hat die Frankfurter Kommunalpolitik über Jahrzehnte geprägt. Nun ist der frühere Verkehrsdezernent und SPD-Fraktionschef gestorben.
Frankfurt trauert um einen langjährigen Kommunalpolitiker: Klaus Oesterling (SPD) ist am Freitag, 7. August, im Alter von 74 Jahren gestorben. Das teilte die Stadt Frankfurt mit. Der Politiker gehörte über drei Jahrzehnte zu den prägenden Köpfen im Römer und machte sich vor allem mit seiner Verkehrspolitik einen Namen.
Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) zeigte sich vom Tod Oesterlings tief betroffen. Mit ihm verliere Frankfurt ein „demokratisches Urgestein“, erklärte Josef. Für ihn persönlich sei Oesterling zudem ein wichtiger Ratgeber und Freund gewesen. Besonders dessen Wissen über Verkehrs- und Haushaltspolitik hob der Oberbürgermeister hervor. Von ihm habe er „unglaublich viel über Politik und speziell die Frankfurter Stadtpolitik gelernt.“
Mehr als 30 Jahre Frankfurter Kommunalpolitik
Oesterling gehörte seit 1989 der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung an. Von 2006 bis 2016 führte er die SPD-Fraktion im Römer. Anschließend wechselte er in den hauptamtlichen Magistrat und war von 2016 bis 2021 Verkehrsdezernent.

In dieser Zeit beschäftigte er sich mit mehreren Großprojekten im Frankfurter Nahverkehr. Dazu zählten unter anderem die Regionaltangente West, die Verlängerung der U5 ins Europaviertel und in Richtung Frankfurter Berg, die nordmainische S-Bahn sowie Planungen für weitere Straßenbahn- und U-Bahn-Verbindungen.
Auch kontroverse Entscheidungen fielen in seine Amtszeit. So ließ Frankfurt den Mainkai zeitweise für Autos sperren. Nach heftigen politischen Auseinandersetzungen wurde die Sperrung nach rund einem Jahr wieder aufgehoben. Zudem trieb Oesterling nach Angaben der Stadt die Umsetzung des Frankfurter Radentscheids und den Ausbau der Radwege voran.
Nahverkehr war auch privat seine Leidenschaft
Seine Verbindung zum Frankfurter Nahverkehr reichte weit über die Politik hinaus. Oesterlings Vater Helmut war als technischer Betriebsleiter der Stadtwerke am Bau der ersten Frankfurter U-Bahn-Strecke beteiligt. Als diese 1968 zwischen Hauptwache und Nordwestzentrum eröffnet wurde, war auch Klaus Oesterling dabei.
Später galt er als außergewöhnlicher Kenner des Frankfurter Schienennetzes. Einen Führerschein hatte er nach Angaben der Stadt nicht. In Frankfurt bewegte er sich vor allem mit Bus und Bahn, zu Fuß oder mit dem Fahrrad.
Oesterling wurde 1952 in Frankfurt geboren, wuchs in der Nordweststadt auf und lebte dort bis zuletzt. 2022 ernannte ihn die Stadt zum Stadtältesten.












