Dinner mit Hells Angels?
Ein Treffen, das alles verändert haben könnte
Aktualisiert am 28.03.2026 – 14:18 UhrLesedauer: 3 Min.
Am Abend sitzen 15 Männer offenbar noch gemeinsam in Frankfurt am Tisch. Wenige Stunden später sind zwei von ihnen tot. Ein Foto rückt in den Ermittlungen zum Doppelmord in Raunheim in den Fokus.
In der Nacht zum 17. März werden in Raunheim (Kreis Groß-Gerau) zwei Männer erschossen. Gegen 3.45 Uhr fallen die Schüsse in einem Bistro: Der Besitzer des Lokals und ein Stammgast sterben noch vor Ort. Nach Angaben der Ermittler wird der Betreiber mit fünf Schüssen getroffen, der zweite Mann mit mindestens drei.
Anwohner wählen den Notruf. Die Polizei rückt mit einem Großaufgebot an, sperrt den Tatort ab und setzt auch einen Hubschrauber ein. Doch der Täter entkommt. Bis heute ist er auf der Flucht.
Zusätzliche Brisanz bekommt der Fall jetzt durch ein Foto, das laut „Bild“ am Vorabend der Tat in einem Frankfurter Restaurant entstanden sein soll. Die Aufnahme, die der Zeitung offenbar zugespielt wurde, zeigt 15 Männer an einer langen Tafel im Operncafé. Unter ihnen sollen auch die beiden späteren Opfer sein. Entstanden sei das Bild zwischen 22 Uhr und 22.30 Uhr – weniger als sechs Stunden vor den tödlichen Schüssen in Raunheim.
Nach „Bild“-Informationen saß an dem Tisch auch Robert T., der Präsident der Gießener Hells-Angels-Charters. Die Zeitung schreibt, er sei wegen mehrerer Delikte polizeibekannt und habe nach der Tat öffentlich um eines der Opfer getrauert. In einem Post, der der Zeitung vorliegt, heißt es demnach: „Wir nehmen Abschied von unserem Bruder Kenan.“ An seinem Grab soll sich die Hells-Angels-Größe verneigt haben.
Für die Ermittler dürfte das Treffen auch deshalb wichtig sein, weil sich daraus Fragen ergeben: Wer saß mit am Tisch? Welche Beziehungen hatten die Männer zueinander? Und was wurde an diesem Abend besprochen?
Zum Hintergrund der Tat halten sich die Behörden bislang bedeckt. Ein Motiv ist nicht bestätigt. Allerdings erklären Ermittler, der Betreiber des Bistros habe mutmaßlich Kontakte in die Drogenszene gehabt. Gegenüber der „Bild“ sagt ein Ermittler, der Mann sei offenbar das eigentliche Ziel des Angriffs gewesen.
Auch das zweite Opfer ist laut der Zeitung kein Unbekannter für die Polizei. Demnach habe der Mann zuletzt eine Haftstrafe wegen Betrugs verbüßt. Beide Getöteten sollen zudem Verbindungen zu den Hells Angels in Gießen gehabt haben. Das nun aufgetauchte Bild scheint dies zu belegen. Ein Ermittler wird von der „Bild“ mit den Worten zitiert: „Hier waren eindeutig Profis am Werk, die Tat wurde geplant und gezielt ausgeführt.“










