Skurriles Gesundheitsrisiko
Forscher warnen vor „echtem Fluch der Mumie“
16.10.2026 – 07:08 UhrLesedauer: 2 Min.
Mumien faszinieren viele Menschen – manche sammeln sogar menschliche oder tierische Überreste. Forscher warnen nun: Solche Stücke können gefährliche Stoffe in sich tragen.
Über das Internet gelangen mumifizierte Körper, Körperteile oder Tiere in private Sammlungen. Händler bieten die Überreste über soziale Netzwerke, Onlineshops und Auktionshäuser an. Doch mit den vermeintlichen Raritäten kann auch ein Gesundheitsrisiko ins Haus kommen, zeigt eine aktuelle Studie.
Ein internationales Forscherteam untersuchte 128 Beiträge und Angebote auf Onlineplattformen, Handelsseiten, in Webshops und bei Auktionshäusern. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „International Journal of Cultural Property“ veröffentlicht.
Giftige Stoffe können an den Überresten haften
Die Forscher sprechen in ihrer Studie vom „echten Fluch der Mumie“. Damit meinen sie keine übernatürliche Macht, sondern reale Gefahren durch Gifte und Mikroorganismen, die dem verfallenden Material anhaften.
Der Grund: Menschen konservierten Tote im Lauf der Geschichte mit verschiedenen Chemikalien. Dazu gehörten Schwermetalle wie Arsen, Quecksilber und Blei. Auch organische Verbindungen sollten Mikroben hemmen oder das Gewebe färben. Diese Mittel verzögerten die Zersetzung, können aber lange erhalten bleiben und Menschen bei Kontakt schaden.
Wer solche Überreste ohne Schutz anfasst, kann die Stoffe über die Haut oder die Atemwege aufnehmen. Die Studie nennt mögliche akute und chronische Folgen. Dazu gehören Entzündungen der Atemwege, Fieber und Hautveränderungen bis zu Organ- und Nervenschäden, Sehstörungen oder Krebs. Auch Magen-Darm-Beschwerden, Herz-Kreislauf-Probleme sowie Schäden an Leber und Nieren zählen dazu.
Falsche Lagerung begünstigt Bakterien und Pilze
Nicht nur frühere Einbalsamierungsmittel bereiten den Forschern Sorgen. Bakterien, Pilze und Hefen können lange im Gewebe ruhen. Lagert jemand eine Mumie unter ungeeigneten Bedingungen, können sich die Mikroorganismen mitunter erneut ausbreiten.
Auf Fotos erkannten die Forscher bei mehreren Stücken bereits Anzeichen eines Verfalls, der darauf hindeuten kann, dass Mikroorganismen das Gewebe bereits schädigen. Trotzdem enthielten die Anzeigen keine Hinweise zur sicheren Lagerung oder Handhabung. Einige Bilder zeigten laut Studie sogar Verkäufer, die mumifizierte Überreste ohne Schutzausrüstung in den Händen hielten. Menschen mit geschwächtem Immunsystem tragen hier ein besonders hohes Risiko. Museen, Forschungseinrichtungen und die Rechtsmedizin verwenden Schutzkleidung.
Forscher kritisieren Verstöße beim Versand
Doch nicht nur Käufer und Verkäufer können mit einer belasteten Sendung in Berührung kommen. Auch Beschäftigte bei Paketdiensten und beim Zoll können die Stoffe und Keime einatmen oder berühren.
Die Angebote deuteten den Studienautoren zufolge darauf hin, dass zahlreiche Händler Regeln für Postversand, Zoll und internationalen Transport missachten. Unklare Vorgaben verschärfen das Problem. Das Team fordert daher eindeutigere Versandrichtlinien für altes organisches Material und konsequentere Kontrollen.












