
Aber auch für die Kollegen und Kolleginnen in direktem Kundenkontakt ist Stress programmiert. Verspätungen und Flugausfälle können nicht ausgeschlossen werden. Schmidt ruft Passagiere, die in den nächsten drei bis vier Tagen ab Berlin fliegen, dazu auf, sich ständig über ihren Flug zu informieren und jetzt schon Zeit einzuplanen. Auch in Berlin herrscht ein Nachtflugverbot (ab 23.30 Uhr, für interkontinentale Flüge ab 24 Uhr). Das heißt: Es wird im schlimmsten Fall, wie schon in den vergangenen Tagen, dazu kommen, dass Maschinen es nicht aus der Stadt schaffen.
Auch die Berliner halten Feldbetten für den Notfall bereit und organisieren eine Notversorgung.
Mit 30 Spezialfahrzeugen für die Schneeräumung und zehn Flugzeug-Enteisern ist der Fuhrpark am Flughafen Hamburg im Einsatz. Sprecherin Katja Bromm sagt, maximal 30 Minuten benötige der Winterdienst, um die Start- und Landebahn freizuräumen – selbst bei kräftigem Schneefall. Bereits ab einer Schneehöhe von 0,2 Zentimetern müsse geräumt werden. Bei ungünstigen Wetterbedingungen räumt der Winterdienst die Flächen acht- bis zehnmal täglich. In Hamburg sind das 48 Hektar an Vorfeldflächen sowie 25 Kilometer Betriebs- und Versorgungsstraßen.
Gefrierender Niederschlag wiegt mehrere Tonnen pro Flugzeug, erklärt Bromm. Alle Flieger werden deshalb zweifach mit einem Glykol-Gemisch enteist. Ob der Winterdienst ausrücken muss, prüft in Hamburg die Verkehrsaufsicht mehrmals täglich mit sogenannten Friction-Testern. Über ein fünftes Rad messen diese Spezialfahrzeuge die Bodenhaftung auf der Start-/Landebahn.
Was passiert, wenn das Wetter Kapriolen schlägt und die Logistik beeinträchtigt wird, hat sich am gestrigen Mittwoch in Amsterdam (Niederlande) gezeigt. Hier wurden mehr als 800 Flüge abgesagt. Die Situation war außergewöhnlich, hieß es. Man erlebe den stärksten und langanhaltendsten Schneefall seit vier Jahren.










