Die britische Band Florence + The Machine tritt in der ausverkauften Uber Arena in Berlin auf. Die Fans erleben eine euphorische und emotionale Pop-Performance.
Die Zeremonie beginnt nach albtraumhaften Schreien, die durch die Uber Arena in Berlin schallen. Sängerin Florence Welch gleitet aus Nebelschwaden heraus auf die Bühne. Ein schwarzes Kleid schmiegt sich an ihren Körper, die Musikerin trägt keine Schuhe. Anmutig hebt sie ihre Hände, legt den Kopf in den Nacken – dann beginnt die Musik.
Düstere Klangräume und rhythmische Melodien ertönen und Frontfrau Welch erhebt ihre Stimme wie in einem nächtlichen Ritualgesang. Die Band spielt „Everybody Scream“, den gleichnamigen Song zur Tour, und das erste Lied ihres aktuellsten Albums (2025). Die Musiker erschaffen eine dramatische und sakrale Atmosphäre, die sich durch weite Teile des Konzertes ziehen wird: Indie-Pop trifft auf Gothik-Folk und barocken Pathos.
An diesem Abend spielt die Band sieben Songs der aktuellen Platte. Sängerin Welch singt darauf über Weiblichkeit, Partnerschaft sowie das Altern und Sterben. Sie verarbeitet mit dem Album eine lebensrettende Operation, der sie sich während der vergangenen „Dance Fever“-Tour unterziehen musste. In dieser Zeit erforschte sie nach eigenen Angaben die Grenzen ihres Körpers. Sie lernte demnach, was es heißt, „geheilt“ zu sein. Ihre Genesung habe sie dabei auch auf den Weg des spirituellen Mystizismus und der Hexerei geführt.
Daher ist es nicht überraschend, dass Florence + The Machine als zweites Lied den „Witch Song“, zu Deutsch „Hexen Song“, spielen. In einem opernhaften Soundgewand kommt der betörende Gesang der Britin besonders zur Geltung. Insbesondere, wenn sie in intensiven Momenten ihre Stimme in hohe Schwingungen versetzt. Dann klingt es so, als würde ein Fabelwesen die Uber Arena verzaubern. Früh merken Fans, wie die Sängerin etwas Mystisches, Kathartisches und Theatralisches umgibt.
Ihre besondere Stimme, die von stiller Zerbrechlichkeit bis zu eruptiver Kraft reicht, steht stets im Vordergrund. Wiederholt wird Welch zwar von vier Frauen begleitet, die wie vom Teufel besessen oder von einer Zauberin verhext über die Bühne tanzen. Eine üppige Show, wie sie die Uber Arena des Öfteren bei großen Acts sieht, gibt es allerdings nicht. Doch das ist okay: Die Präsenz der Musikerin reicht aus, um das Publikum mitzuziehen.
Sie gleitet über die Bühne, manchmal schwebt sie sogar, könnte man meinen, oder sie sprintet, springt und kriecht auf allen Vieren. Ihrem Gesang schadet das nicht. Im Gegenteil: Ihr Schauspiel und Einsatz verleihen den Liedern eine weitere Tiefe.











