
Auch Rewe betroffen
Europas größter Wildfleischhändler ist insolvent
Aktualisiert am 08.01.2026 – 17:48 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein großer Fleischlieferant des Lebensmittelhandels gerät in finanzielle Schieflage. Wie es mit den 190 Mitarbeitern der Josef Maier GmbH weitergeht, ist ungewiss.
Der Fleischverarbeiter Josef Maier GmbH & Co. KG aus dem bayerischen Bad Wörishofen hat Insolvenz angemeldet. Das geht aus einem Portal für Insolvenzbekanntmachungen hervor. Demnach reichte das Unternehmen den Antrag bereits Ende 2025 beim zuständigen Amtsgericht Memmingen ein, genauer am 29. Dezember. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Alexander Hubl aus Ulm bestellt.
Wie die „Lebensmittelzeitung“ berichtet, verzeichnete das Familienunternehmen 2024 erstmals seit acht Jahren einen Verlust – in Höhe von 2,4 Millionen Euro. Offenbar zogen die Banken überraschend die Reißleine, so das Branchenmedium. „Die vormalige Kreditlinie stand kurzfristig nicht mehr zur Verfügung“, habe der Betrieb mitgeteilt. Ein weiterer Grund für den Umsatzrückgang sei die Konsumzurückhaltung der Verbraucher.
Der Betrieb wurde 1973 gegründet und ist nach eigenen Angaben Europas größtes Unternehmen für Wildfleischzerlegung sowie -verarbeitung.
Genauer liefert das Unternehmen seine Produkte in zehn Länder – sowohl an Gastronomiegroßhändler, Großverbraucher und Industrie, als auch an Lebensmitteleinzelhändler und Discounter.
Welche Handelspartner konkret betroffen sind, nennt das Unternehmen auf seiner Webseite nicht. Eine stichprobenartige Suche im Rewe-Onlineshop zeigt jedoch, dass etwa Rehbraten aus der Keule, Hirschedelgulasch und Wildschweingulasch von Josef Maier im Sortiment des Einzelhändlers gelistet ist.
Der „Lebensmittelzeitung“ zufolge ist Maier mit zuletzt 61,4 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2024 führender deutscher Spezialist für Wildfleisch. Das Unternehmen beschäftigt rund 190 Mitarbeiter. Wie es mit dem Fleischverarbeiter weitergeht, hängt nun von Verhandlungen mit Investoren ab.











