Das Unternehmen spricht von einem Versehen

Firma von Gates-Tochter Phoebe soll in großem Stil betrogen haben


13.07.2026 – 19:14 UhrLesedauer: 2 Min.

Phoebe Gates: Sie ist eine der Mitbegründerinnen von Phia. (Quelle: IMAGO/John Angelillo/imago)

Die Shopping-App Phia soll sich unrechtmäßig Provisionen für Onlinekäufe gesichert haben. Das Unternehmen räumt einen Fehler ein und erklärt, das Problem inzwischen behoben zu haben.

Das KI-Start-up Phia der Bill-Gates-Tochter Phoebe Gates sieht sich mit Vorwürfen unzulässiger Geschäftspraktiken konfrontiert. Nach einer Recherche der Nachrichtenagentur Bloomberg soll die Browsererweiterung des Unternehmens bei Onlinekäufen automatisch eigene Affiliate-Codes gesetzt und sich so Provisionen für Verkäufe gesichert haben, die sie nicht selbst vermittelt hatte. Über Affiliate-Codes kann ein Verkäufer nachvollziehen, über welchen Anbieter ein Kunde auf der eigenen Webseite gelandet ist.

Bloomberg testete die Erweiterung nach eigenen Angaben auf mehr als 50 Händlerseiten. Demnach öffnete sie während des Bezahlvorgangs im Hintergrund einen weiteren Tab und ersetzte vorhandene Affiliate-Codes durch eigene. Zu ähnlichen Ergebnissen kamen laut Bloomberg der Konkurrenzdienst Capital One Shopping sowie der Affiliate-Marketing-Experte Ben Edelman. Das Vorgehen wird als „Cookie Stuffing“ bezeichnet und verstößt gegen die Regeln vieler Affiliate-Netzwerke.

Phia erklärte gegenüber Bloomberg, eine kürzlich veröffentlichte Softwareversion habe bei einem Teil der Nutzer zu Fehlzuordnungen geführt. Der Fehler sei nach Bekanntwerden behoben worden. Bloomberg überprüfte die Erweiterung daraufhin erneut und stellte nach eigenen Angaben fest, dass das beanstandete Verhalten nicht mehr auftrat.

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Gates gründete Phia zusammen mit einer Kommilitonin

Konsequenzen hat der Fall dennoch bereits: Das Affiliate-Netzwerk Impact.com beendete die Zusammenarbeit mit Phia und leitete eine Untersuchung ein. Auch das Netzwerk Awin erklärte, die Vorwürfe zu prüfen.

Phia wurde 2025 von Phoebe Gates und ihrer ehemaligen Stanford-Mitstudentin Sophia Kianni gegründet. Die KI-gestützte Shopping-App vergleicht Preise und sucht automatisch nach Rabattcodes. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben mehr als 43 Millionen US-Dollar von Investoren eingesammelt.

Die Vorwürfe erinnern an ähnliche Anschuldigungen gegen die Browsererweiterung Honey des Bezahldienstes PayPal. PayPal weist diese zurück; entsprechende Gerichtsverfahren laufen noch.

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