„Mit sofortiger Wirkung“
Feuerwehr-Eklat in Sachsen: Bürgermeister trifft Entscheidung
18.03.2026 – 12:29 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine Bußgeld-Entscheidung in Taucha wirft Fragen auf. Ein Feuerwehrmann tritt zurück. Jetzt schaltet sich der Bürgermeister ein.
Nachdem ein Feuerwehrmann im nordsächsischen Taucha wegen eines Bußgeldbescheids seinen Dienst quittiert hat, sollen die Verantwortlichkeiten in der 15.000-Einwohner-Stadt jetzt neu geregelt werden. Wie die Gemeinde auf ihrer Webseite mitteilte, werde dem Fachbereich Öffentliche Sicherheit und Soziales die Verantwortung für die Feuerwehr „mit sofortiger Wirkung“ entzogen. Für die Freiwillige Feuerwehr sei nun „unmittelbar“ das Bürgermeisterbüro zuständig. Die Regelung gelte zunächst auf unbestimmte Zeit.
Mit der „organisatorischen Anpassung“ solle eine engere Abstimmung zwischen Stadtverwaltung und Feuerwehr erreicht werden. Man schaffe dafür die „Grundlage für eine offene und effiziente Kommunikation“, teilte die Gemeinde weiter mit. Die Stadt messe der Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr „eine große Bedeutung“ bei. Die Kameraden leisteten einen „unverzichtbaren Beitrag für die Sicherheit“ der Bürger, hieß es abschließend.
Der Eklat hatte weit über Taucha hinaus Wirbel ausgelöst: Ein freiwilliger Feuerwehrmann quittierte öffentlichkeitswirksam seinen Dienst, nachdem er während einer Fahrt mit Blaulicht und Martinshorn angeblich zu schnell gefahren war und ein Bußgeld zahlen sollte. Der 55-Jährige hatte bei erlaubten 30 km/h knapp 70 km/h auf dem Tacho. Das Ordnungsamt forderte über 360 Euro Strafe von dem Mann. Dazu wurde ein einmonatiges Fahrverbot verhängt.
Zur Begründung sagte Bürgermeister Tobias Meier (FDP) der „Bild“-Zeitung: „Es gibt die Empfehlung für die Kommunen, in solchen Fällen bei Überschreitungen bis 20 km/h die Verfahren einzustellen. Hier war es aber mehr.“ Meier hatte dem Feuerwehrmann nach eigener Darstellung vorgeschlagen, das Verfahren gegen eine Spende an einen Verein einzustellen. Doch das wollte der Ehrenamtler nicht. „Das wäre ein Schuldeingeständnis“, sagte er dem Blatt. Er will nun vor Gericht ziehen.
Auf den Austritt des Feuerwehrmanns, der nach eigenen Angaben seit über 30 Jahren ehrenamtlich aktiv war, reagierte Meier in der „Leipziger Volkszeitung“: „Ich bitte um Entschuldigung bei allen, dass die Situation so gekommen ist“, sagte er.











