
Feuerinferno mit 40 Toten
Barbetreiber von Crans-Montana festgenommen
Aktualisiert am 09.01.2026 – 16:19 UhrLesedauer: 2 Min.
Übereinstimmenden Medienberichten zufolge ist der Betreiber der Bar „Le Constellation“ in Gewahrsam genommen worden.
Jacques M., der Chef der Bar „Le Constellation“, ist laut übereinstimmenden Medienberichten nach einer Anhörung in Gewahrsam genommen geworden. Die Nachrichtenagentur AFP berichtete unter Berufung auf Ermittlerkreise, M. sei in Untersuchungshaft.
Die Schweizer Tageszeitung „24 Heures“ berichtete unterdessen, die Staatsanwaltschaft habe Untersuchungshaft beantragt. Das zuständige Gericht müsse nun innerhalb von 48 Stunden die Haft bestätigen.
Demnach beantragte Staatsanwältin Catherine Seppey U-Haft wegen Fluchtgefahr. Sie begründete dies laut „24 Heures“ mit der Staatsangehörigkeit des 49 Jahre alten Geschäftsführers der Bar: M. ist Franzose – und Frankreich liefert Staatsangehörige in der Regel nicht an Länder aus, die nicht der EU angehören.
Video | Aufnahmen aus Crans-Montana lösen Fassungslosigkeit aus
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Gegen ihn und seine Frau, die ebenfalls Mitbesitzerin der Bar ist, wird seit Anfang Januar wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und Körperverletzung ermittelt. Jessica M., Mitgeschäftsführerin des Clubs, entschuldigte sich nach der Anhörung in einem Interview mit Léman Bleu bei den Opfern. Unseren Informationen zufolge muss sie eine elektronische Fußfessel tragen und sich alle drei Tage bei der Polizei melden
In einer bewegenden Trauerfeier haben die Schweiz und andere Nationen unterdessen der 40 Toten der Brandkatastrophe von Crans-Montana gedacht. Die Träume vieler junger Menschen seien vorzeitig in der Asche einer Nacht des Grauens zunichtegemacht worden, sagte der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin. Zugleich forderte das Staatsoberhaupt eine lückenlose Aufklärung des Geschehens. Verfehlungen seien „ohne Verzögerung und ohne Nachsicht“ aufzudecken.
„Undenkbar“ – mit diesem Wort beschrieb Parmelin in seiner Rede das Inferno. „Undenkbar, weil ein Land, dass sich als Hort der Korrektheit und der Zuverlässigkeit versteht, in der Lage sein muss, das Risiko zu erkennen, diesen allgegenwärtigen Schatten, der immer auf der Suche nach Schwachstellen auf der Lauer liegt“, sagte der Politiker. Es gelte, Lehren zu ziehen und künftig für die größtmögliche Sicherheit in öffentlichen Einrichtungen zu sorgen, sagte Parmelin.
Der Regierungschef des Schweizer Kantons Wallis, Mathias Reynard, bat bei der Trauerfeier die Angehörigen um Entschuldigung. Aus Deutschland war Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) angereist. Elf Überlebende werden in deutschen Kliniken behandelt – unter anderem in Hospitälern in Baden-Württemberg.










