Wall Street
Drei Gegenstimmen bei der Fed – Zinssorgen machen Anleger nervös
Aktualisiert am 30.07.2026 – 01:13 UhrLesedauer: 4 Min.
Unveränderte Leitzinsen und ein Ausverkauf bei Technologieaktien: Die Wall Street musste am Mittwoch tiefe Verluste einstecken.
Das Ausbleiben einer Prognose für den künftigen geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Fed hat die Stimmung an der Wall Street erneut eingetrübt. Zudem belasteten wieder anziehende Ölpreise wegen neuer iranischer Attacken den Aktienmarkt. Mit Respekt begegneten die Anleger auch den nach Börsenschluss veröffentlichten Resultaten der Tech-Schwergewichte Microsoft und Meta.
Der zuletzt in Rekordnähe angekommene Dow Jones Industrial fiel um 2,19 Prozent auf 51.594,14 Punkte. Er unterbrach damit eine dreitägige Gewinnstrecke. Der marktbreite S&P 500 gab um 1,5 Prozent auf 7.316,15 Punkte nach.
Im Technologiebereich ging die jüngste Talfahrt weiter. Ein kurzer Versuch des Aufbäumens scheiterte im Handelsverlauf: doch der Nasdaq 100 sackte am Ende um 2,06 Prozent auf 27.192,31 Punkte auf das niedrigste Niveau seit Ende April ab. Er dehnte seine Verlustserie damit auf den sechsten Tag aus.
„Zinserhöhung wurde offensichtlich kontrovers diskutiert“
Die Währungshüter der US-Zentralbank beließen den Leitzins wie von Experten erwartet in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Unmittelbar nach der Zinsentscheidung der Fed hatten die wichtigsten US-Börsenindizes ihre Verluste zunächst wettgemacht.
Später trübte sich die Stimmung jedoch wieder ein, da Fed-Chef Kevin Warsh keine Prognose für den künftigen geldpolitischen Kurs abgab. Die Inflation liegt in den USA seit mehr als fünf Jahren über dem Ziel der Zentralbank.
Auch die Begleitaussagen der Fed machten Anleger nervös. Marktbeobachter hoben hervor, dass die Zinsentscheidung nicht einstimmig fiel. „Drei Gegenstimmen zeigen, dass eine Zinserhöhung innerhalb der Fed offensichtlich kontrovers diskutiert wurde“, schrieb Thomas Altmann der Investmentboutique QC Partners.
„Die Fed hat wie erwartet stillgehalten“, sagte Ryan Detrick, Chef-Marktstratege des führenden US-Finanzdienstleister Carson Group. „Die größere Frage ist nun jedoch, wie groß der Druck sein wird, die Zinsen im September anzuheben.“ Angesichts der hohen Inflation und steigender Rohölpreise rechne der Markt mit einer Zinserhöhung im Herbst.
Facebook-Konzern enttäuscht Börse – Microsoft stärker
Unter den Anlegern wuchs zudem die Sorge über die immensen Investitionen der Konzerne in Künstliche Intelligenz (KI). Nach Börsenschluss gaben die Aktien von Meta um vier Prozent nach. Das Facebook-Mutterunternehmen hatte seine Prognose für die Investitionsausgaben im Jahr 2026 auf 130 bis 145 Milliarden Dollar angehoben. Für das laufende Vierteljahr stellte es einen Umsatz zwischen 61 und 64 Milliarden Dollar in Aussicht, während Analysten im Schnitt mit rund 63 Milliarden Dollar gerechnet hatten.

Microsoft legte dagegen nachbörslich um 0,6 Prozent zu, nachdem der Softwarekonzern mit seinem Umsatzwachstum im Cloud-Geschäft die Erwartungen deutlich übertroffen hatte. Im vierten Quartal beschleunigte sich das Wachstum mit der Cloud-Plattform Azure – das währungsbereinigte Umsatzplus betrug 43 Prozent. Das ist mehr, als Experten erwartet hatten, und zudem der höchste Quartalszuwachs seit 2022.












