
Behörden warnen vor Hygieneproblemen
Neuer Rekord bei Lebensmittelinfektionen gemeldet
09.01.2026 – 12:25 UhrLesedauer: 2 Min.
Take-away-Essen, Salat zum Mittag, ein Stück Rohmilchkäse: Was wir zu uns nehmen, kann uns unter Umständen krank machen. Das zeigt ein neuer Bericht.
Immer mehr Menschen in Deutschland erkranken durch verunreinigte Lebensmittel. Die Folgen: schwere Infektionen, Krankenhausaufenthalte und in einigen Fällen sogar der Tod. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht für 2024 hervor, den das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht hat.
Im Jahr 2024 registrierten die Behörden 271 lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche – so viele wie seit fünf Jahren nicht. Das ist ein Anstieg von rund 40 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der Vorjahre. Damals lagen die Zahlen bei etwa 191 Ausbrüchen pro Jahr. Auch die Zahl der Erkrankten stieg deutlich: Mindestens 2.400 Menschen infizierten sich, 451 mussten im Krankenhaus behandelt werden. Acht Menschen starben.
Die häufigsten Erreger waren wie in den Vorjahren Salmonellen und Bakterien der Gattung Campylobacter. Beide gelangen oft über tierische Produkte in den Körper, etwa durch rohes oder nicht ausreichend erhitztes Fleisch, Eier oder Geflügel.
Salmonellen können schwere Magen-Darm-Infektionen verursachen. Besonders gefährlich sind sie für Kinder, Ältere oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Campylobacter lösen ähnliche Beschwerden aus. Auch Rohmilch kann die Erreger enthalten.
Am häufigsten steckten sich Menschen laut Bericht durch Fleisch und Fleischerzeugnisse an. Doch auch pflanzliche Lebensmittel sind zunehmend ein Problem: Ein Drittel der Ausbrüche wurde durch Gemüse, Beeren oder Getreideprodukte verursacht. Zum Vergleich: 2020 zählten die Behörden nur vier solcher Fälle, 2024 waren es bereits zwölf.
„Auch pflanzliche Lebensmittel, die oft roh als Salat verzehrt werden, können zu Krankheitsausbrüchen führen“, warnt BVL-Präsidentin Gaby-Fleur Böl. Verbraucher sollten bei der Zubereitung auf gute Küchenhygiene achten. „Das kann helfen, Erkrankungen zu vermeiden.“
Eine weitere wichtige Veränderung: Erstmals gingen die meisten Krankheitsausbrüche auf das Konto von Take-away- und Fast-Food-Betrieben, also Imbissen, Lieferdiensten oder Schnellrestaurants. In den Jahren zuvor lag der Schwerpunkt vorwiegend bei Großküchen, Gastronomiebetrieben oder Privathaushalten. 2024 belegten private Haushalte den zweiten Platz.
Besonders kritisch sind Speisen, die ohne weitere Erhitzung verzehrt werden, etwa belegte Brötchen, Salate oder Desserts. Wenn Hygieneregeln bei der Lagerung oder Zubereitung nicht beachtet werden, können sich Bakterien schnell vermehren.










