Fifa wehrt sich gegen Vorwürfe
100 Dollar für Bustickets? Fans droht nächste WM-Abzocke
17.04.2026 – 17:12 UhrLesedauer: 4 Min.
Die Fifa verlangt für viele WM-Partien utopische Ticketpreise und verteuert Stadion-Parkplätze. Nun droht allen Fans vor Ort die nächste Kostenfalle.
Mikie Sherrill ist wütend – auf den Fußball-Weltverband Fifa. Damit ist sie wenige Wochen vor dem Start der WM in den USA, Mexiko und Kanada nicht alleine. Sherrill ist seit Januar Gouverneurin des US-Bundesstaates New Jersey. Dort, im MetLife Stadium von East Rutherford, wird das Endspiel der größten WM der Geschichte ausgetragen. Außerdem fünf Gruppenspiele, ein Sechzehntelfinale und ein Achtelfinale.
Weniger als zwei Monate vor dem Eröffnungsspiel legt sich Sherril mit einer klaren Forderung mit der Fifa an. Es geht um den Transport der Fans zum Stadion mit Bus und Bahn. Der sollte, wie ursprünglich mit der Fifa vereinbart, kostenlos sein. So war es auch bei der letzten WM 2022 in Katar und bei der EM 2024 in Deutschland. Jeder Fan mit einem Spielticket hatte damals kostenlosen Zugang zum öffentlichen Nahverkehr.
Doch das will Sherrill nicht gewährleisten – aus Kostengründen. In einem viral gegangenen Tweet auf der Plattform X formuliert sie: „Wir haben eine Vereinbarung übernommen, nach der die Fifa 0 Dollar für den Transport beisteuert. Und während NJ Transit (Verkehrsbetrieb von New Jersey, Anm. d. Red.) auf einer Rechnung von 48 Millionen Dollar sitzen bleibt, um die Fans sicher zu den Spielen und wieder zurück zu bringen, verdient die Fifa 11 Milliarden Dollar.“
In einem anderen Beitrag kritisierte sie die finanzielle Ausbeutung der Fußballanhänger durch den Weltverband, schrieb: „Die Fifa verlangt von den Fans bis zu 10.000 Dollar für eine einzige Eintrittskarte für das Finale. Sie verlangt über 200 Dollar für ‚Premium‘-Parkplätze an der American Dream Mall – während sie gleichzeitig die Parkmöglichkeiten am MetLife Stadium streichen (…). Aber die Einwohner von New Jersey sollen eine Rechnung über 48 Millionen Dollar für die Transportkosten bezahlen? Das wird nicht passieren.“ Sie forderte die Fifa auf, für die Transportkosten aufzukommen.
Der Weltverband reagierte derweil auf die Äußerungen. Im Gespräch mit dem Sportinformationsdienst (SID) zeigte sich eine Fifa-Sprecherin „ziemlich überrascht“. Der Weltverband entgegnete Sherrill, ihm sei „kein anderes Großereignis“ bekannt, das zuvor im MetLife Stadium stattgefunden habe, „einschließlich großer Sportveranstaltungen, weltweiter Konzerttourneen und so weiter, bei dem die Veranstalter verpflichtet waren, den Fantransport zu bezahlen.“
