US-Arzt infiziert
Charité nimmt Ehefrau und Kinder des Ebola-Patienten auf
Aktualisiert am 21.05.2026 – 01:23 UhrLesedauer: 3 Min.
Ebola in Berlin: Ein US-Arzt wird in der Charité behandelt – nun sind auch seine Frau und Kinder angekommen. Was mit ihnen jetzt passiert.
Kurz nach dem Ebola-Patienten ist nun auch seine Familie in der Berliner Charité eingetroffen: Ehefrau und vier Kinder des infizierten US-amerikanischen Arztes wurden ebenfalls in der Sonderisolierstation des Universitätsklinikums aufgenommen, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte. Hintergrund sei ein Hilfeersuchen der US-Behörden gewesen.
Die Angehörigen hatten sich ebenfalls in der Demokratischen Republik Kongo aufgehalten und gelten als Kontaktpersonen des Infizierten. Sie wurden mit einem Spezialflugzeug nach Deutschland gebracht. Bereits der Patient selbst war zuvor auf Bitten der USA von Uganda nach Berlin ausgeflogen worden. Vom Flughafen zur Klinik wurde er mit einem eigens für den Transport hochansteckender Patienten ausgestatteten Infektions-Rettungswagen gefahren.
Sonderisolierstation komplett vom Klinikbetrieb getrennt
Die Sonderisolierstation der Charité auf dem Campus Virchow-Klinikum ist eine geschlossene und geschützte Einheit. Sie ist vollständig vom regulären Klinikbetrieb getrennt, sodass kein Kontakt zu anderen Patientinnen und Patienten entstehen kann. Das Bundesgesundheitsministerium betonte, dass weder für die Bevölkerung noch für andere Patienten der Charité eine Gefahr bestehe.
Höchste Sicherheitsstandards gelten auch für den Umgang mit möglicherweise kontaminiertem Material: Abwasser wird in speziellen Tanks gesammelt, aufbereitet und neutralisiert. Gebrauchte Schutzanzüge und anderer Müll werden durch ein spezialisiertes Unternehmen entsorgt. Die Abluft des Gebäudes wird durch zwei Filtersysteme gereinigt, bevor sie nach außen geleitet wird. Ebola wird durch Körperkontakt sowie Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen.
Arzt infizierte sich beim Behandeln im Kongo
Laut US-Medien und einer christlichen Missions-Organisation hatte sich der Mann beim Behandeln von Patienten in einem Krankenhaus im Kongo infiziert. Die US-Gesundheitsbehörde CDC bestätigte, dass er dort gearbeitet und am Wochenende positiv getestet worden sei. Zudem sollen sechs weitere Kontaktpersonen mit hohem Ansteckungsrisiko nach Deutschland verlegt werden. Zu deren Nationalität wurden keine Angaben gemacht.
Die Behandlung des Patienten in der Charité ist mittlerweile angelaufen. Zunächst stehen laut Bundesgesundheitsministerium eine tiefgehende Untersuchung und Diagnostik im Vordergrund, die räumliche Nähe zum Robert Koch-Institut sei dabei ein großer Vorteil. In einem Speziallabor könnten Wissenschaftler unter anderem komplexe Blutuntersuchungen vornehmen. Welche Therapie notwendig ist, hängt vom Gesundheitszustand des Patienten bei der Aufnahme ab. Zum aktuellen Befinden des Mannes äußerten sich die Verantwortlichen bislang nicht.
Die Überlebenschancen bei Ebola haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert: Dank neuer Behandlungsmethoden und Medikamenten ist die Sterblichkeit laut Bundesgesundheitsministerium von ursprünglich rund 60 Prozent auf heute etwa 20 bis 30 Prozent gesunken.
Seltene Ebola-Variante ohne Impfstoff
Verantwortlich für den aktuellen Ausbruch im Kongo ist die seltene Bundibugyo-Variante, für die es weder einen Impfstoff noch eine Therapie gibt. Das kongolesische Gesundheitsministerium meldete 513 Verdachtsfälle und 131 vermutete Todesfälle. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die Ausbreitungsgefahr für die gesamte Region Zentral- und Ostafrika als hoch ein.











