Der größte Fortschritt ist, dass erstmals auch kostengünstige ETF-Sparpläne staatlich gefördert werden. Das macht die private Altersvorsorge deutlich attraktiver. Wer 360 Euro pro Jahr einzahlt, erhält 180 Euro staatliche Förderung. Für darüber hinausgehende Einzahlungen bis maximal 1.800 Euro pro Jahr gibt es zusätzlich einen Zuschuss von 25 Prozent. Insgesamt sind so bis zu 540 Euro Förderung jährlich möglich. Besonders positiv ist außerdem, dass Kinder stärker gefördert werden und Selbstständige erstmals Zugang zu einer staatlich geförderten privaten Altersvorsorge erhalten.
Und was ist Ihrer Meinung nach nicht gelungen?
Das Altersvorsorgedepot nimmt den Menschen die wichtigsten Entscheidungen nicht ab. Welche Anlagestrategie sinnvoll ist und wie viel Geld für die eigene Altersvorsorge tatsächlich zurückgelegt werden muss, bleibt weiterhin die Verantwortung jedes Einzelnen. Hinzu kommt, dass die maximale Förderung bereits bei 1.800 Euro Eigenbeitrag pro Jahr gedeckelt ist. Für viele dürfte das nicht ausreichen, um die Lücke zwischen gesetzlicher Rente und dem tatsächlichen Finanzbedarf im Alter zu schließen. Wer Vermögen flexibel und umfassend aufbauen möchte, wird deshalb auch künftig ein zusätzliches, frei verfügbares Depot benötigen – und kein Altersvorsorgedepot.
Aber beim Altersvorsorgedepot gibt es staatliche Zuschüsse, beim normalen Depot nicht. Lässt sich denn damit nicht auch flexibel Vermögen aufbauen?
Die Förderung ist attraktiv, aber sie ersetzt keine Finanzkompetenz. Wer die Grundlagen der Geldanlage nicht versteht, läuft Gefahr, ein unnötig teures Produkt zu wählen oder Fördervorteile durch hohe Kosten wieder zu verlieren. Am Ende entscheidet nicht allein die Höhe der staatlichen Zuschüsse über den Erfolg der Altersvorsorge, sondern vor allem, ob Menschen gute finanzielle Entscheidungen treffen können.
Über 40 Jahre macht der Unterschied zwischen 0,2 und 1 Prozent laufenden Kosten schnell mehrere Zehntausend Euro aus.
Natascha Wegelin
Worauf sollten Sparer besonders achten, wenn sie ein staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot eröffnen?
Der wichtigste Punkt ist aus meiner Sicht die Wahl der richtigen Produktvariante. Wer noch 15 Jahre oder länger bis zur Rente hat, sollte Garantien kritisch hinterfragen. Sie vermitteln zwar Sicherheit, gehen aber meist zulasten der Rendite. Denn um eine Garantie zu gewährleisten, müssen Anbieter das Geld konservativer anlegen. Dadurch wird genau das langfristige Wachstum gebremst, das für den Vermögensaufbau im Alter entscheidend ist. Für viele Sparer kann eine Variante ohne Garantie deshalb die sinnvollere Wahl sein.
Und worauf sollten Sparer neben der Produktvariante noch achten?











