Bildung vor Gericht
Ex-Schüler klagt wegen Unterrichtsausfällen – und verliert
Aktualisiert am 30.10.2026 – 13:49 UhrLesedauer: 2 Min.
Hunderte Stunden sollen an einem Gymnasium ausgefallen sein. Ein ehemaliger Abiturient möchte das nicht hinnehmen und verlangt eine Neubewertung seiner Noten. Nun hat das Gericht entschieden.
In einem ungewöhnlichen Rechtsstreit um ausgefallene Schulstunden an einem Gymnasium in Rheinland-Pfalz hat das Gericht die Klage eines ehemaligen Schülers abgewiesen. Der 20 Jahre alte Ex-Abiturient Elija Walk wirft dem Land vor, dass während seiner Oberstufenzeit in Landau immer wieder kein regulärer Unterricht stattgefunden habe. Wegen des Ausfalls beantragte er eine Neubewertung seiner Leistungen in Deutsch, Biologie und Sport.
Das lehnte das Verwaltungsgericht in Neustadt an der Weinstraße ab. „Die brennende Frage, ob der gewährte Schulunterricht ausreichend war, um einen Schüler fürs Abitur vorzubereiten, kann das Gericht aus rechtlichen Gründen nicht beantworten“, teilte der Vorsitzende Richter mit. „Diese Frage muss im politischen Diskurs entschieden werden. Und den hat er angestoßen. Insofern war die Klage wertvoll und nicht nutzlos, weil er Öffentlichkeit erzielt hat.“
„Der Kampfgeist ist durchaus da“
Walks Anwalt Martin Malcherek hatte in einer Prozesspause angekündigt, im Falle einer Niederlage in die nächste Instanz ziehen zu wollen. „Der Kampfgeist ist durchaus da.“

Walks Mutter hatte die Ausfälle nach eigenen Angaben über drei Jahre hinweg dokumentiert. Allein in einem Leistungskurs sei am Eduard-Spranger-Gymnasium in Landau im zweiten Halbjahr der 12. Klasse fast jede zweite Unterrichtsstunde ausgefallen. Die Familie kam demnach auf 405 Stunden.
„Unglückliche Häufung von Ausfall“
Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) hatte eine „unglückliche Häufung von Ausfall“ eingeräumt. Ausfälle von Lehrkräften in Leistungskursen der Oberstufe würden aber in der Regel von fest angestellten Lehrkräften vertreten. Einen Nachteil bei der Abiturprüfung sieht die Behörde nicht belegt.
Walk bestand im Frühjahr 2025 sein Abitur mit der Note 2,1. Er studiert mittlerweile Sozial- und Kommunikationswissenschaften in Landau. Nach eigenen Angaben geht es ihm mit seiner Klage über seine eigenen Leistungen hinaus um die Bildungschancen jüngerer Schülerinnen und Schüler.











