Neue Wendung im Block-Prozess
Trotz Haftbefehl: Ex-GNTM-Model darf für Aussage einreisen
29.05.2026 – 10:03 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Ex-GNTM-Model soll im Prozess gegen Christina Block aussagen. Dafür erhält der mutmaßliche Entführer der Block-Kinder sicheres Geleit.
Ein mutmaßlicher Entführer der Block-Kinder erhält für eine Zeugenaussage im Verfahren gegen Christina Block sicheres Geleit. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Hamburg auf Anfrage. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet.
Bei dem Mann handelt es sich um Jonathan C. Der 35-Jährige arbeitete früher als Model und nahm an der Fernsehsendung „Germany’s Next Topmodel“ teil. Die Ermittler zählen ihn zu den mutmaßlichen Beteiligten der Entführung der beiden Kinder in der Silvesternacht 2023/24.
Demnach darf Jonathan C. für die Dauer seiner Aussage nach Deutschland einreisen, ohne aufgrund eines gegen ihn bestehenden Haftbefehls festgenommen zu werden. Die Entscheidung traf das Ermittlungsgericht auf Antrag des Beschuldigten.
Staatsanwaltschaft wollte kein sicheres Geleit
Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft teilte mit: „Zutreffend ist, dass das Ermittlungsgericht dem Beschuldigten auf seinen Antrag hin sicheres Geleit für die Dauer einer Zeugenaussage in dem vor dem Landgericht Hamburg geführten Verfahren gegen Christina Block und weitere Angeklagte gewährt hat.“
Die Staatsanwaltschaft hatte einen solchen Antrag nach eigenen Angaben nicht gestellt. „Die Voraussetzungen dieser Ausnahmevorschrift“ hätten aus ihrer Sicht nicht vorgelegen, erklärte die Sprecherin weiter. Laut Strafprozessordnung befreit sicheres Geleit während des festgelegten Zeitraums von der Untersuchungshaft.
Nach Informationen der „Bild“ soll die Aussage des Mannes für den 8. und 9. Juli vorgesehen sein. Eine offizielle Bestätigung des Gerichts dazu lag zunächst nicht vor.
Weitere Beschuldigte erhielten ebenfalls Schutz
Bereits zuvor hatten drei Männer und eine Frau aus Israel im Zusammenhang mit dem Verfahren sicheres Geleit erhalten. Auch sie müssen nach Angaben der Ermittler später mit einer Anklage rechnen.
Jonathan C. hatte sich im Frühjahr aus Israel in Interviews zu Wort gemeldet. Darin erklärte er, ihm sei vor der Aktion gesagt worden, die Rückführung der Kinder sei rechtmäßig. Er habe helfen wollen. Nach Angaben anderer mutmaßlicher Beteiligter soll er kurzfristig hinzugezogen worden sein, weil er Deutsch spricht und mit den Kindern kommunizieren konnte.
Christina Block bestreitet Beteiligung an Entführung ihrer Kinder
Im Zentrum des Verfahrens steht die Unternehmerin Christina Block. Die Staatsanwaltschaft wirft der Tochter des „Block House“-Gründers Eugen Block vor, eine israelische Sicherheitsfirma beauftragt zu haben, ihre beiden jüngsten Kinder nach einem langen Sorgerechtsstreit vom Wohnort ihres Ex-Mannes in Dänemark nach Deutschland bringen zu lassen. Block bestreitet die Vorwürfe.
Am Donnerstag wurde der Prozess vor dem Hamburger Landgericht fortgesetzt. Dabei setzte eine unter dem Aliasnamen „Olga“ auftretende mutmaßliche Beteiligte ihre Aussage fort.
