Wellness seit dem Mittelalter

Schwefel, Moor und seltene Bäume: Dorf ist beliebter Kurklassiker


Aktualisiert am 29.05.2026 – 08:13 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Landesgartenschau 2026 in Bad Nenndorf: Der Kurort ist schon seit dem Mittelalter bekannt. (Quelle: Marie-Christin Pratsch)

Einst Badeort der Landgrafen, heute Heilbad mit modernem Angebot. Der große Kurpark mit Süntelbuchenallee prägt das Gesicht von Bad Nenndorf.

Gesundheitsanwendungen sind keine Erfindung der Moderne – das zeigen Aufzeichnungen aus Bad Nenndorf im Landkreis Schaumburg in Niedersachsen. Die Geschichte des Ortes als Kurort reicht bis ins Mittelalter zurück: Erstmals wurde Bad Nenndorf 936 als „Nyanthorpe“ erwähnt.

Bad Nenndorf entwickelte sich bereits im 16. Jahrhundert zu einem Heilbad. Die Schwefelquellen sind urkundlich seit 1546 erwähnt, ihre gesundheitsfördernde Wirkung sprach sich schnell über die Region hinaus herum. 1787 gründete Landgraf Wilhelm IX. von Hessen-Kassel den Badeort offiziell, ließ Badehäuser errichten und den Kurpark anlegen. Damit wurde Bad Nenndorf zu einem beliebten Ziel für Erholungssuchende. Seit 1866 ist der Ort ein königlich-preußisches Heilbad, 2000 erhielt er die Stadtrechte.

Schwefelbäder und Moorpackungen

Bad Nenndorf verbindet heute seine Kur-Tradition mit modernen Therapie- und Freizeitangeboten. Der Ort ist als Moor-, Schwefel- und Thermalheilbad anerkannt und bietet eine Vielzahl medizinischer und wellnessorientierter Anwendungen. In der Landgrafentherme und den angeschlossenen Kureinrichtungen genießen Gäste Schwefel- und Solebäder – hilfreich bei Haut-, Gelenk- und Atemwegserkrankungen. Auch Moorpackungen und Inhalationen gehören zum klassischen Angebot. Die Kombination aus natürlichem Schwefelwasser und wirkungsvollem Moor lockt jährlich viele Touristen nach Bad Nenndorf.

Das ehemalige Schwefelbadehaus beherbergt heute das Grandhotel Esplanade in Bad Nenndorf (Archivbild). (Quelle: IMAGO/Peter Seyfferth/finephotoart.org/imago)

Neben den therapeutischen Angeboten gibt es zahlreiche Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten. Herzstück ist der weitläufige Kurpark, den man bereits im 18. Jahrhundert anlegte. Mit alten Bäumen, geschwungenen Wegen und kleinen Teichen lädt er zum Spazieren ein. Besonders sehenswert ist die Süntelbuchenallee – eine Allee seltener, knorrig gewachsener Süntelbuchen, die als Naturdenkmal gilt.

Im Park steht auch das klassizistische Schloss, einst genutzt von den hessischen Landgrafen.

Die Süntelbuchen in Bad Nenndorf: Auch hier wird die Landesgartenschau 2026 stattfinden(Archivbild). (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Erhard Nerger/imago)

Weihnachtsmarkt und kulturelles Angebot

Die Wälder und Hügel des nahen Deisters bieten Aktivurlaubern zahlreiche Wander- und Radwege mit Aussichtspunkten, Einkehrmöglichkeiten und Naturerlebnissen. Auch kulturell ist Bad Nenndorf lebendig: Märkte, Konzerte, Theater und Feste finden hier das ganze Jahr über statt.

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