
Wurde er selbst zum Opfer?
Polizei hat Ex-Formel 1-Fahrer wegen Betrugs festgenommen
06.01.2026 – 09:04 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Zeit von Adrian Sutil in der Formel 1 liegt über zehn Jahre zurück. Nun sitzt der frühere Fahrer in Untersuchungshaft.
Die Polizei hat den früheren Formel-1-Piloten Adrian Sutil in Sindelfingen in Baden-Württemberg festgenommen. Die Festnahme soll am vergangenen Donnerstag erfolgt sein. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart bestätigte das dem SWR. Der frühere Fahrer der Königsklasse des Motorsports sitzt demnach derzeit in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart in Stammheim. Laut „Bild“ sind Betrugsvorwürfe der Grund dafür.
Um was geht es? Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Stuttgart sagte dem SWR, dass Sutil wegen des gemeinschaftlichen Betrugs im besonders schweren Fall und der gemeinschaftlichen Unterschlagung verdächtigt werde. Laut „Bild“ soll er als Luxusautohändler agiert haben und Fahrzeuge mehrfach als Sicherheit für Kredite genutzt haben. Sutil weist diese Vorwürfe zurück. Bei einer Razzia beschlagnahmten Ermittler laut „Bild“ rund 20 Autos von Sutil. Neun sollen jedoch in Monaco in dessen Garage zurückgeblieben sein.
Der frühere F1-Pilot sieht sich selbst als Opfer. Wie der SWR berichtet, vermutet Sutil laut seinem Anwalt, dass sein Ruf gezielt beschädigt werden solle. Die „Bild“ schreibt zudem, dass es einige Zeit nach der Festnahme des Ex-F1-Stars zur Erpressung gekommen sein soll. Dies hätten die Familie und der Anwalt von Sutil gesagt.
Rechtsanwalt Dirk Schmitz sagte der Zeitung: „Ein Anrufer hat sich am Telefon als ‚Vladimir‘ vorgestellt und behauptet, er sei Russe und gehöre zur Wagner-Gruppe – mit der Drohbotschaft, ihn halte in Monaco niemand auf, wenn sich seine Truppe die Fahrzeuge ‚hole‘.“ Ob es sich tatsächlich um ein Mitglied der Söldnertruppe handelt, ist laut „Bild“ nicht klar. Dies müsse die Polizei nun prüfen.
Die Zeitung berichtet, dass mehrere Männer bei Sutil erschienen sein sollen und mehrere Luxus-Autos unter Druck abtransportiert hätten. Dies soll angeblich mit „massiven Einschüchterungen bis zu Todesdrohungen“ einhergegangen sein. Der Anwalt von Sutil sagte der „Bild“: „Die klare Botschaft der Täter war: ‚Autos raus – oder es passiert was Tödliches‘.“
Aus Angst habe Sutil daher erst später, am Silvestertag, Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet. LKA-Sprecherin Lisa Schröder sagte der Zeitung: „Wir können bestätigen, dass bei uns eine Strafanzeige wegen des unklaren Verbleibs mehrerer weiterer Fahrzeuge eingegangen ist.“ Laut seinem Anwalt will Sutil vollständig mit den Ermittlungsbehörden kooperieren.
Sutil fuhr von 2007 bis 2011 in der Formel 1 und erneut von 2013 bis 2014. Erst für Force India, später für Sauber. Er absolvierte insgesamt 128 Rennen.











