Schädigung der Fortpflanzung

EU-Behörde stuft verbreitete Chemikalie als schädlich ein


Aktualisiert am 10.06.2026 – 15:44 UhrLesedauer: 2 Min.

Kochen mit beschichteten Pfannen: Viele Koch- und Backutensilien mit Antihaft-Eigenschaften enthalten Ewigkeitschemikalien. (Quelle: Tomas Llamas Quintas/getty-images-bilder)

Die Ewigkeitschemikalie Trifluoressigsäure (TFA) hat eine schädliche Wirkung bei der Fortpflanzung. Ein Risiko-Prüfausschuss empfiehlt daher entsprechende Maßnahmen.

Die Ewigkeitschemikalie Trifluoressigsäure (TFA) schadet nach Einschätzung der EU-Chemikalienbehörde Echa der menschlichen Fortpflanzung. Bisher wurde dieser Effekt nur vermutet, da er nur im Tiermodell nachgewiesen war.

Der Risiko-Prüfausschuss der Echa mit Sitz in Helsinki empfehle wegen der möglichen Schädigung von Kindern im Mutterleib eine entsprechende Einstufung des PFAS-Stoffs als schädlich, informierte die Behörde am Mittwoch die Nachrichtenagentur AFP. TFA kommt in der Industrie vielfach zum Einsatz und kann laut Echa Trinkwasser und Natur dauerhaft kontaminieren.

Chemikalien sind sehr verbreitet

Die PFAS-Chemikalie TFA könne „die Fruchtbarkeit beeinträchtigen“ und „Schäden bei ungeborenen Kindern“ verursachen, erläuterte die Echa ihre Entscheidung, die vergangene Woche gefallen sei. Diese Einschätzung soll nun an die EU-Kommission übermittelt werden, damit sie entsprechende Einschränkungen vorschlägt.

  • Ewigkeitschemikalien in Deutschland: Wird Trinkwasser auf PFAS untersucht?
  • Schadstoffe aus Alltagsprodukten: Fast jeder ist mit Ewigkeitschemikalien belastet

PFAS sind per- und polyfluorierte Alkylverbindungen, die synthetisch hergestellt werden. Sie sind wasser- und fettabweisend und stecken deshalb in etlichen Alltagsprodukten wie beschichteten Pfannen und Backformen, Funktionskleidung, Imprägniersprays, Zahnseide, Kosmetik, Lacken, Farben und Einwegverpackungen.

Sie sind biologisch nicht abbaubar, reichern sich in den Gewässern, Böden, Pflanzen sowie in Tieren und im menschlichen Körper an und werden deshalb als Ewigkeitschemikalien bezeichnet. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung kann TFA als Abbauprodukt von vielen PFAS entstehen.

  • Greenpeace: Speisefische aus Nord- und Ostsee mit Giftstoffen belastet

„Bedrohung für den gesamten Planeten“

TFA kommt vielfach in der Industrie sowie als Unkrautvernichtungsmittel zum Einsatz. Außerdem wird der Stoff für Heiz- und Kühlsysteme genutzt. Die Substanz sei „sehr beständig und sehr mobil“ und berge das Risiko, „eine sehr dauerhafte und weit gestreute Kontamination der Wasserressourcen“ zu verursachen, erklärte die Echa. Die Chemikalie gehört zu 25 PFAS-Stoffen, auf die künftig auch Flussläufe und Seen in der EU überprüft werden sollen.

Die Organisation Pesticides Action Network erklärte, die Entscheidung der Echa bestätige, „wovor Wissenschaftler und die Zivilgesellschaft in den vergangenen zwei Jahren gewarnt haben“, und bezeichnete TFA als Bedrohung für den gesamten Planeten. Die Leiterin der Organisation für Wissenschaft und Politik, Angeliki Lysimachou, erklärt: „Der Schaden ist in den verletzlichsten Lebensphasen – während der Schwangerschaft und in der frühen Kindheit – am größten.“

Weitreichendes Verbot von Ewigkeitschemikalien empfohlen

Ende März hatte die Echa ein weitreichendes Verbot von Ewigkeitschemikalien empfohlen, wobei sie aber eine Reihe von Ausnahmen als sinnvoll einstufte. Sie veröffentlichte zwei Risikoanalysen, die als Grundlage für einen Gesetzesvorschlag der EU-Kommission dienen sollen.

Share.
Die mobile Version verlassen