
Ewige Rente
So funktioniert der Aktien-Auszahlplan
Aktualisiert am 02.01.2026 – 09:49 UhrLesedauer: 3 Min.
Wer mit Aktien vorgesorgt hat, möchte im Ruhestand davon profitieren. So lösen Sie Ihr Depot nach und nach auf und erzielen ein zusätzliches Einkommen.
Wer früh mit Fondssparplänen oder dem Aktiensparen begonnen hat, kann sich aufgrund der durchschnittlichen Wertsteigerung von Wertpapieren im Alter über eine hohe Rendite freuen. Ziel ist es, das angesparte Vermögen im Ruhestand auszugeben. Das bedeutet aber nicht, alle Wertpapiere im Depot auf einen Schlag zu verkaufen und den Erlös auf ein Sparbuch zu verschieben.
Stattdessen lässt sich mit einem Aktien-Auszahlplan das Geld häppchenweise entnehmen. Wie das funktioniert, erklärt Ralf Scherfling, Referent für Finanzen bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Mehrere Stellschrauben bestimmen darüber, wie der individuelle Auszahlplan am Ende aussieht. Soll es jeden Monat eine bestimmte Summe sein oder darf sie schwanken? Wie lange soll das Vermögen reichen? Das sind Fragen, die Sie sich zu Beginn stellen sollten.
„Rentner können sich im Alter selbst ein Zusatzeinkommen auszahlen. Dafür werden die Aktien oder Fondsanteile Stück für Stück verkauft“, so Scherfling. Wer seine ETF-Anteile stückweise oder seine Aktien mit einer bestimmten Anzahl verkauft, erhält sich die Chance, mit den verbleibenden Papieren an der Börse an weiteren Kursgewinnen zu partizipieren.
Wer dagegen das Risiko von Börsenschwankungen reduzieren möchte, könnte einen größeren Teil seiner Wertpapiere verkaufen und die Erträge in festverzinsliche Sparbriefe investieren oder auf einem Tagesgeldkonto parken. Was sich auf keinen Fall lohnt, ist die Überweisung des Vermögens auf ein Girokonto, ohne dafür Zinsen zu erhalten.
Die Verbraucherzentrale NRW rechnet vor: Eine Summe von 100.000 Euro reicht ohne Zinsen für rund 16 Jahre, wenn jeden Monat 500 Euro ausgezahlt werden. Erwirtschaftet das Geld jährlich drei Prozent Rendite, kommt man schon auf fast 23 Jahre.
Mit durchschnittlich sechs Prozent, die in der Vergangenheit über einen langen Zeitraum mit Aktienfonds möglich waren, wäre sogar eine sogenannte ewige Rente möglich. „Allerdings gibt es dafür keine Garantien“, sagt Scherfling.
- Aktienbewertung: Auf diese Zahlen kommt es an
- Die 80-Prozent-Regel: Darum ist Struktur wichtiger als Timing
Anleger müssen also mit dem Auf und Ab der Finanzmärkte leben und im Ernstfall auch mal den Gürtel enger schnallen. Andererseits sind sie flexibel, denn Auszahlpläne lassen sich jederzeit anpassen. Wer spontan mehr Geld braucht, kann sich auch mehr auszahlen.
Zukünftige Rentner, die auf die zusätzlichen Zahlungen angewiesen sind, sollten vorsichtshalber mit einer längeren Laufzeit von 25 bis 30 Jahren kalkulieren, damit am Lebensende nicht das Geld knapp wird.
Auch bei anderen Annahmen zum Beispiel über die zukünftige Rendite von Wertpapieren oder die Zinsentwicklung sollten Sie vorsichtig kalkulieren. Niemand weiß, wie sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verändern. Daher ist es auch im Rentenalter ratsam, das Vermögen in verschiedene Anlageklassen zu investieren, um das Risiko zu streuen.











