Sexparty im Mannheimer Rathaus
„Es ist ein Abtasten auf beiden Seiten“
07.08.2026 – 15:27 UhrLesedauer: 2 Min.
Kommunalpolitiker Julien Ferrat will eine Swingerparty im Mannheimer Rathaus veranstalten. Die Stadt zeigt sich von diesen Plänen unangenehm berührt.
Die Stadt Mannheim hat schmallippig auf Pläne des Mannheimer Stadtrats Julien Ferrat reagiert, im Rathaus eine Swingerparty zu veranstalten. „Zu der von Stadtrat Julien Ferrat angekündigten Veranstaltung liegen der Stadt Mannheim bisher keine konkreten Informationen vor“, teilte die Kommune mit. Laut dem Kommunalpolitiker haben sich schon die ersten Interessenten gemeldet. „Insofern wird auf jeden Fall eine politische Swingerparty stattfinden – idealerweise im Rathaus, notfalls in privaten Räumlichkeiten“, sagte er der dpa.
Ferrat, 35, war früher für die Linke aktiv und engagiert sich heute für „Die Mannheimer“. Er sitzt als einziger Vertreter der Wählervereinigung im Stadtrat, die sich laut Selbstbeschreibung „dem Wohl der Mannheimer Bürger verpflichtet fühlt“. Ferrat will sich „gegen steigende Mieten, für mehr Sicherheit und für eine gute Gesundheitsversorgung“ einsetzen, doch er hat zuletzt für viel größere Aufmerksamkeit mit seinem Kampf für eine städtisch organisierte Orgie gesorgt, die er selbst wohlgemerkt als Protestaktion anzeigt.
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Stadt steht in Kontakt mit Ferrat
Die Stadtverwaltung erscheint von der Initiative des drahtigen Kommunalpolitikers überrumpelt. Anhand der bisher bekannten und spärlichen Informationen bestünden erhebliche Zweifel an der Zulässigkeit und Durchführbarkeit der von ihm genannten Pläne, teilte sie Ferrat mit. Die Stadt äußerte sich zunächst nicht dazu, auf welcher Grundlage und wann über sein Ansinnen entschieden werden könnte.
Laut Ferrat hat die Stadt bereits Kontakt mit ihm aufgenommen und nach konkreteren Informationen gefragt. „Es ist ein Abtasten auf beiden Seiten“, sagte er der dpa. In einer Mail der Stadt an ihn hieß es: „Bislang haben Sie diesbezüglich noch keinen Antrag auf Raumüberlassung gestellt. Unsere Zweifel hinsichtlich der Zulässigkeit eines derartigen Vorhabens hatten wir Ihnen bereits mitgeteilt.“

Aufruf im Amtsblatt gestoppt
Die Party soll nach Worten des Kommunalpolitikers unter dem Motto „Ein FKK-Swinger-Paradies für Mannheim“ stehen. Das Rathaus sei zentral gelegen und somit für Swingerpartys perfekt geeignet. „Es gibt keine Hausordnung oder kommunale Satzung, die Swingerpartys im Rathaus explizit verbietet.“ Darüber hinaus erklärte er: „Ein FKK-Swinger-Paradies in Mannheim würde jährlich Millionen in die Stadtkasse spülen.“ Sollte die Aktion von der Stadtverwaltung untersagt werden, werde er den Rechtsweg beschreiten und notfalls bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen.











