Fünf Jahre nach der Flut
Ermittlungen zum Kiesgruben-Einsturz in Erftstadt dauern an
21.06.2026 – 07:34 UhrLesedauer: 1 Min.
Fast fünf Jahre nach der Flut ermittelt die Staatsanwaltschaft Köln weiter. Ein Gutachten bringt nun Bewegung in das Verfahren.
In Erftstadt hat die Staatsanwaltschaft Köln fast fünf Jahre nach der Flutkatastrophe ein Sachverständigengutachten zum Einsturz der Kiesgrube erhalten. Die Ermittlungen gegen zwölf Beschuldigte dauern an.
Im Juli 2021 löste die Flut einen gewaltigen Erdrutsch aus. Mehrere Häuser kippten ins Wasser. Bei der Hochwasser-Katastrophe am 14. und 15. Juli 2021 starben mehr als 180 Menschen, davon 49 in Nordrhein-Westfalen.
Ermittlungen gegen Tagebau
Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Baugefährdung, fahrlässigen Herbeiführens einer Überschwemmung durch Unterlassen und Verstoßes gegen das Bergbaugesetz. Es bestehe der Verdacht, dass sich an der Kiesgrube unzulässig steile Böschungen befunden hätten, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Zudem habe es dort keinen Hochwasserschutzwall gegeben.

Eine rückschreitende Erosion soll den Erftstadter Ortsteil Blessem unterspült haben, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Dies soll zum Einsturz mehrerer Wohnhäuser geführt haben. Beides könne ursächlich für das Eindringen großer Wassermassen gewesen sein.
Die Ermittlungen richten sich gegen den Eigentümer und Verpächter des Tagebaus sowie fünf Beschuldigte des Betreibers. Hinzu kommen fünf Mitarbeiter der Bezirksregierung Arnsberg als zuständige Aufsichtsbehörde. Auch der Geschäftsführer eines geotechnischen Beratungsunternehmens gehört zu den Beschuldigten.
Ermittler haben mehrere Objekte durchsucht und Unterlagen sichergestellt. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte: „Die Ermittlungen schreiten also voran.“ Wann sie abgeschlossen werden, sei nicht absehbar.











