Vielfältige Symptome
Alkohol – diese Entzugserscheinungen sind typisch
Aktualisiert am 08.09.2026 – 12:10 UhrLesedauer: 3 Min.
Menschen mit Alkoholabhängigkeit können beim Verzicht auf Alkohol körperliche und psychische Entzugserscheinungen entwickeln. Die Symptome im Überblick.
Wer abhängig von Alkohol ist und beschließt, sich einem Entzug zu unterziehen, tut sich etwas Gutes. Schließlich kann die Suchterkrankung die Gesundheit schwer schädigen und das soziale sowie berufliche Leben erheblich beeinträchtigen. Schlimmstenfalls kann sie sogar tödlich enden.
Durch einen medizinisch begleiteten Entzug und weiterführende therapeutische Maßnahmen lassen sich gesundheitliche Risiken verringern und die Alkoholabhängigkeit gezielt behandeln. Der Weg in die Abstinenz ist allerdings nicht einfach und der plötzliche Trinkstopp oftmals mühsam – zudem birgt er ernste Risiken. Denn einige Entzugserscheinungen können lebensbedrohlich werden. Darum ist es wichtig, dass sich Menschen mit einer Alkoholabhängigkeit bei der Entgiftung ärztlich unterstützen lassen. Eine geeignete Anlaufstelle ist die Hausärztin oder der Hausarzt.
Typische Entzugserscheinungen beim Verzicht auf Alkohol
Wer körperlich von Alkohol abhängig ist und abrupt mit dem Trinken aufhört oder dieses deutlich reduziert, sollte mit Entzugserscheinungen rechnen. Diese beginnen typischerweise etwa sechs bis acht Stunden nach dem Ende oder einer deutlichen Verringerung des Alkoholkonsums.
Zu den frühen Beschwerden gehören eine allgemeine Übererregbarkeit, erhöhte Ängstlichkeit, Zittern, Schwitzen, Übelkeit und Erbrechen. Darüber hinaus kann der Sympathikus, ein Teil des unwillkürlichen Nervensystems, stärker aktiviert sein. Das kann sich durch Herzrasen, erhöhten Blutdruck und leicht erhöhte Körpertemperatur bemerkbar machen.
Die Beschwerden erreichen meist nach etwa 10 bis 30 Stunden ihren Höhepunkt und lassen danach häufig allmählich nach. Nach etwa 40 bis 50 Stunden sind sie bei vielen Betroffenen deutlich rückläufig.
Welche dieser Beschwerden auftreten und wie stark sie ausgeprägt sind, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Eine Rolle spielen hierbei unter anderem Dauer und Ausmaß des Alkoholkonsums, frühere schwere Entzüge, das Alter, Begleiterkrankungen und ob die oder der Betroffene gleichzeitig von anderen dämpfenden Substanzen wie Benzodiazepinen abhängig ist.
Viele Betroffene leiden während der Entgiftung noch unter weiteren Symptomen, beispielsweise unter:
- Durchfall
- Übelkeit und Erbrechen
- Niedergeschlagenheit bis hin zu depressiver Stimmung
- Reizbarkeit
- beschleunigter Atmung
In vielen Fällen lassen die akuten Entzugserscheinungen binnen weniger Tage nach und sind nach etwa einer Woche abgeklungen. Einzelne Beschwerden wie Schlafstörungen, Angst oder Reizbarkeit können jedoch länger anhalten. Der Zustand kann sich allerdings auch rasch verschlimmern. Krampfanfälle treten typischerweise innerhalb der ersten 8 bis 48 Stunden nach dem letzten Alkoholkonsum oder einer deutlichen Reduktion auf. Halluzinationen können ebenfalls früh auftreten, häufig innerhalb von 12 bis 24 Stunden.
Einige Betroffene entwickeln etwa zwei bis vier Tage nach Beginn des Entzugs ein sogenanntes Delirium tremens: Ihre Orientierung, ihr Bewusstsein und ihre Aufmerksamkeit sind gestört, zudem werden sie von verschiedenen weiteren Beschwerden geplagt, etwa von:
- starker innerer und äußerer Unruhe
- Übererregbarkeit
- Halluzinationen und anderen Sinnestäuschungen










