Helsing und auch Stark müssen noch die geforderte Qualifizierung und Serienreife für ihre Entwicklungen HX-2 und Virtus erlangen. Die Munition soll im Übungsbetrieb bei der Truppe getestet und mit den Herstellern zusammen weiterentwickelt werden. Helsing produziert aber bereits in größerer Stückzahl und hat auch größere Mengen in die Ukraine geliefert. Das Ministerium wollte den Abgeordneten jedoch nicht bestätigen, wie viel an der Selbstdarstellung beider Unternehmen dran ist, sie seien „kampferprobt in der Ukraine“.
Das Ministerium muss jetzt auch in einem halben Jahr berichten, wie der Qualifikations- und Entwicklungsstand ist und wie sich Liefermengen, Zeitplan und Preise entwickeln. Grünen-Politiker Schäfer bemängelt, dass die Bundesregierung bisher keine eigenen Erkenntnisse hat, wem Stark gehört. „Gerade bei unserer Verteidigung und unserer Sicherheit geht es darum, Abhängigkeiten zu reduzieren“, so Schäfer. „Europäische Unabhängigkeit bedeutet, Rüstungsgüter nicht nur in Europa zu produzieren, sondern sie auch europäisch zu finanzieren“.
Peter Thiel, der auch das Datenanalyseunternehmen Palantir mit ins Leben gerufen hat, ist über seinen Founders Fund an Stark als Investor beteiligt, weitere Investoren gehören zu seinem Umfeld. Wegen demokratiefeindlicher Ansichten und seiner Nähe zur US-Regierung wird Thiel kritisch gesehen.
Pistorius ging zunächst davon aus, dass Thiel nur mit drei bis 4,5 Prozent beteiligt ist. Das Ministerium berichtet inzwischen von einer Selbsterklärung von Stark, dass Thiel eine Minderheitsbeteiligung von weniger als zehn Prozent halte. Zudem habe Stark zugesichert: Thiel könne keinen Einfluss nehmen auf operative Entscheidungen und habe keinen Zugang zu sensiblen Informationen. Einige Parlamentarier erwarten offenbar, dass das Ministerium dazu noch eigene Recherchen anstellt.











