Das Ergebnis: Die Farbe der Gewänder machte kaum einen Unterschied, wohl aber der Schnitt. Denn die Beduinen tragen ihre Roben locker um den Körper – so kann zwischen den Lagen Luft hindurchströmen, die die Wärme abtransportiert und die Haut so kühlt. Probanden in eng sitzenden hellen Uniformen oder kurzen Hosen wiesen dagegen höhere Hauttemperaturen auf.
Aussagen: Eine kalte Dusche stoppt die Schweißproduktion.
Falsch. Durch das kalte Wasser geht die Körpertemperatur erst mal runter, das Gehirn bekommt ein Kältesignal. Die unter der Oberfläche gelegenen Blutgefäße ziehen sich zusammen, um einen Wärmeverlust zu verhindern. Nach der Dusche muss sich der Körper dann wieder auf die heiße Außentemperatur einstellen – die Gefäße reagieren mit verstärkter Schweißproduktion.
Experten raten deshalb ab, im Hochsommer unter Körpertemperatur zu duschen.
Aussage: Warmer Tee ist bei Hitze erfrischender als eine eiskalte Limonade.
Richtig. Wie bei kalten Duschen wird mit Kaltgetränken der Stoffwechsel angeregt, der Körper reagiert auf den Kälteimpuls mit Wärmeproduktion. Am Ende fließt sogar mehr Schweiß, der Körper verliert die dringend benötigte Flüssigkeit, man hat mehr Durst – ein gefährlicher Kreislauf.
Der menschliche Körper ist darauf eingerichtet, alle Speisen und Getränke an die etwa 36,7 Grad Körpertemperatur anzugleichen. Kaltes wird erwärmt, Heißes gekühlt – beides ist mit kleinen Anstrengungen verbunden.
Hitzeprofis bevorzugen deshalb warme Getränke. Das zusätzliche Wärmesignal sorgt dafür, dass sie ständig – aber nur leicht – schwitzen, was zu Verdunstungskühle führt. Der in Nordafrika besonders beliebte Pfefferminztee hat zudem eine kühlende Wirkung.
Aussage: Bei Hitze muss man viel trinken
Es stimmt zwar, dass der Körper bei Hitze mehr Feuchtigkeit absondert und daher mehr Flüssigkeit als gewohnt braucht. Dennoch sollten Sie nicht zu viel trinken. Denn wer zu viel Wasser und Co. zu sich nimmt, kann den Mineralhaushalt und den Stoffwechsel des Körpers durcheinanderbringen.
Aussage: Bei Sommerhitze können Ventilatoren Abkühlung schaffen.
Ungewiss. Ventilatoren bringen die Luft in ihrer Umgebung in Bewegung. Wer sich in diesem Luftzug befindet, spürt eine Abkühlung, wenn Schweiß auf der Haut verdunstet. Die Raumtemperatur sinkt durch den künstlich erzeugten Wind aber nicht. Zudem kann der Luftstoß des Ventilators die Schleimhäute austrocknen, die sodann stark gereizt und anfälliger für Keime und Bakterien sind.
Eine Studie von 2016 zu den Wirkungen von Ventilatoren konnte deren positive Effekte nicht belegen. Bei Temperaturen über 35 Grad könnte der allzu warme Luftstrom sogar zu einer Überhitzung und Dehydrierung des Körpers führen, heißt es.












