„Diesen Fehler bedauern wir“
Drohte Springer-Chef Merz? Podcaster entschuldigen sich
Aktualisiert am 08.07.2026 – 18:25 UhrLesedauer: 2 Min.
Im Kanzleramt soll Springer-Verlagschef Döpfner den Kanzler zur Zusammenarbeit mit der AfD gedrängt haben. Doch so wie kolportiert verlief das Treffen wohl nicht.
Die Verantwortlichen des Podcasts „Wenn Sie wüssten..“ des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) haben sich für Teile ihrer ersten Folge entschuldigt. Sie hätten den Verdacht, Kanzler Friedrich Merz (CDU) und Springer-Chef Mathias Döpfner hätten sich „wörtlich so geäußert, wie in unserem Podcast gesendet, nicht verbreiten dürfen“, sagte der Journalist Stephan Lamby in der zweiten Folge.
In dem Beitrag wurde über ein Vieraugengespräch von Merz und Döpfner Anfang dieses Jahres im Kanzleramt berichtet, bei dem es demnach in der Frage des Umgangs mit der AfD zu einem schweren Zerwürfnis gekommen sein soll. Springer und das Kanzleramt hatten dieser Darstellung umgehend widersprochen. Daraufhin reagierte das RND erst mit einer Klar- und dann mit einer Richtigstellung.
- „Glatte Lüge“: Das Kanzlergerücht, das Kreise zieht
Lamby: „Diesen Fehler bedauern wir“
Lamby sagte nun, auch die Mutmaßung es könne eine Bedrohung von Döpfner gegen Merz gegeben haben, hätte man nicht anstellen dürfen. „Diesen Fehler bedauern wir, und wir möchten Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, um Entschuldigung bitten.“ An anderen Rechercheergebnissen halten die Podcast-Macher fest. „Der Verdacht, Döpfner habe Merz dazu bewegen wollen, mit der AfD zusammenzuarbeiten, bleibt bestehen“, sagte Lamby.
RND-Chefredakteurin Eva Quadbeck sprach davon, dass sich Union und Kanzleramt von dem Medienhaus Axel Springer „unter Druck gesetzt sehen, die Brandmauer zur AfD einzureißen“. Die Vize-Chefin des RND in Berlin, Kristina Dunz, sagte: „Der Kern unserer Recherche aus der vergangenen Woche bleibt bestehen.“
Bundesregierung äußert sich zum Treffen
Nach der ersten Folge hatte das Medienhaus Axel Springer die Schilderung als „glatte Lüge“ zurückgewiesen. Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur teilte ein Sprecher am Dienstag mit, man bleibe dabei, dass die Unterstellung, Mathias Döpfner habe den Kanzler zu einer Zusammenarbeit mit der AfD gedrängt, eine „klare Lüge“ sei.
Die Bundesregierung hatte am Freitag bestätigt, dass es im Frühjahr 2026 ein Gespräch zwischen dem Bundeskanzler und dem Vorstandsvorsitzenden von Axel Springer gab. „Über die Inhalte des Gesprächs wurde Vertraulichkeit vereinbart“, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius. Daran halte man sich auch weiterhin, allerdings müsse man angesichts der Spekulationen feststellen, dass die Wiedergabe des Gesprächs nicht korrekt sei.












