Ausflugstipp Sachsen
Dieses Schloss begeistert mit Barockbaukunst und Geschichte
24.10.2026 – 17:18 UhrLesedauer: 2 Min.
Rund 60 Kilometer von Dresden entfernt liegt ein Schloss, das einst als größtes Landschloss Europas galt. Sein Name steht bis heute in den Geschichtsbüchern.
Das Jagdschloss Hubertusburg im sächsischen Wermsdorf gilt als eines der bedeutendsten Barockschlösser des 18. Jahrhunderts in Deutschland. Errichtet für den sächsischen Kurfürsten und polnischen König August III., wurde es 1752 fertiggestellt und ist von Dresden aus gut erreichbar. Darauf weisen die Gemeinde Wermsdorf und die Seite des Schlosses hin.
Entstehung und Künstler
Der Name des Schlosses geht auf den heiligen Hubertus zurück, den Schutzpatron der Jagd. Errichtet wurde die Anlage von Oberst-Leutnant Johann Christoph Naumann (1664–1742), der auch in Leipzig und Bautzen Bauten hinterließ. Zwischen 1739 und 1751 baute Oberlandbaumeister Johann Knöffel das Hauptgebäude um. Es gilt als sein letztes und eines seiner bedeutendsten Werke. An der Ausgestaltung wirkten zahlreiche Künstler mit, darunter die Bildhauer Lorenzo Mattielli, Benjamin Thomae und Gottfried Knöffel sowie mehrere Maler.
Wahrzeichen mit Dachreiter
Wer das Schloss vom kleinen Teich in der linken Hofecke aus betrachtet, blickt auf das Wahrzeichen Wermsdorfs: einen hohen, vierseitigen Dachreiter auf dem breiten Mittelrisalit. Er trägt eine Zwiebelhaube, die von einem springenden Hirsch als Wetterfahne gekrönt wird, und erinnert an das Kronentor des Dresdner Zwingers, ist aber schlanker.
Plünderung im Siebenjährigen Krieg
Der ursprüngliche Glanz des Schlosses endete mit dem Siebenjährigen Krieg. 1761 raubten preußische Truppen das gesamte Inventar als Vergeltung für die teilweise Verwüstung des Berliner Schlosses Charlottenburg durch sächsische Einheiten. Erhalten geblieben ist bis heute allein die Schlosskapelle mit ihrer vollständigen Ausstattung.
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Trotz der Plünderung schrieb Hubertusburg Geschichte: Am 15. Februar 1763 wurde dort der Hubertusburger Frieden unterzeichnet, der den Siebenjährigen Krieg beendete. Die Verhandlungen zwischen Sachsen, Preußen und Österreich fanden im südlichen Rundflügel statt, weil die Räume im Hauptgebäude nach der Plünderung nicht mehr nutzbar waren. Friedrich II. ratifizierte den Vertrag im Schloss Dahlen. Anlässlich des Friedensschlusses wurde eine Gedenkmünze geprägt. Wenige Monate nach der Unterzeichnung starb Kurfürst Friedrich August am 5. Oktober 1763.
Führungen und Anreise
Das Schloss ist ausschließlich im Rahmen von Führungen zu besichtigen. Buchungen nimmt die Touristeninformation Wermsdorf entgegen, erreichbar unter der Telefonnummer 034364-81132 oder per E-Mail an info@wermsdorf.de. Weitere Informationen zur Schlossgeschichte sowie wechselnde Ausstellungen bietet der Freundeskreis Schloss Hubertusburg e. V. in seinen Vereinsräumen an, samstags und sonntags von 11.30 Uhr bis 15.30 Uhr.
Mit dem Auto ist Wermsdorf über die Autobahn A14, Abfahrt Mutzschen, erreichbar. Mit der Bahn gelangt man von Dresden bis Oschatz oder Grimma, von dort bestehen Busverbindungen.
