Wochenend-Ausflug ab Berlin

Fachwerk und kleine Gassen: Diese Stadt wirkt wie aus dem Bilderbuch


24.10.2026 – 19:05 UhrLesedauer: 2 Min.

Fachwerkhäuser wie aus einem Märchenbuch: Quedlinburg im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt ist Welterbestadt der Uneso. (Quelle: IMAGO/Frank Drechsler/imago)

Fachwerkhäuser, Kirchen, uraltes Kopfsteinpflaster: Wer Romantik sucht, ist in Quedlinburg richtig. Am Wochenende fährt der Harz-Berlin-Express direkt dorthin.

Am Nordrand des Harzes befindet sich eine Stadt, die aus einem Märchenbuch entsprungen zu sein scheint: Quedlinburg ist über 1000 Jahre alt und beeindruckt mit verwinkelten Gassen, uraltem Kopfsteinpflaster und Plätzen, die von Fachwerkhäusern umsäumt werden. Wer von Berlin aus einen Wochenend-Ausflug in die mittelalterliche Stadt machen will, ist in weniger als drei Stunden dort.

Quedlinburg hat mehr als 2.000 Fachwerkhäuser. An den oft reich geschmückten Fassaden lässt sich die Entwicklung dieser Bauweise über acht Jahrhunderte ablesen. Dass es noch so viele von ihnen gibt, ist den Einwohnern zu verdanken. Im Herbst 1989 verhinderten Bürger großflächige Abrisse im Nordteil der Altstadt. Die ersten Sanierungsarbeiten begannen 1990. 1994 nahm die Unesco Stiftskirche, Schloss und Altstadt von Quedlinburg in die Welterbeliste auf.

Historische Judengasse in der Altstadt von Quedlinburg. (Quelle: IMAGO/cezanne-fotografie/imago)

Quedlinburg: Markt mit Rathaus und St. Benedikti

Wer Quedlinburg besucht, kommt am Marktplatz nicht vorbei. Dort stehen Rathaus und Marktkirche einander gegenüber. Die weinberankte Rathausfassade geht auf einen Bau zurück, der 1310 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Der frühgotische Bau ist bis heute in seinem Kern erhalten geblieben. Die spitzbogigen Fenster wurden im 17. Jahrhundert durch Renaissanceformen ersetzt und der Eingang mit dem einem Renaissanceportal geschmückt.

Links neben dem Eingang steht der Roland. Die Figur erinnert an den Streit der Bürger um ihre Unabhängigkeit von der Äbtissin Hedwig von Sachsen: Nach ihrer Niederlage 1477 stürzte der Roland. 1869 wurde er vor dem Rathaus wieder aufgestellt.

Das Rathaus von Quedlinburg auf dem Marktplatz der Stadt. (Quelle: birgit reitz-hofmann)

Gegenüber überragt die Marktkirche St. Benedikti die umliegenden Häuser. Im Inneren gibt die Ausstellung „Quedlinburg – Von der Pfalzstadt zur Rolandstadt“ Einblick in die Stadtentwicklung. Wer den Turm besteigt, blickt über die Dächer der Altstadt. In Quedlinburg sind insgesamt 14 Kirchen und Kapellen erhalten.

Burgberg in Quedlinburg: Stiftskirche St. Servatii

Vom Markt führt der Weg zum Finkenherd am Fuß des Burgbergs. Der Überlieferung nach erhielt der Sachsenherzog Heinrich dort 919 die Königskrone. Auf dem Burgberg wurde er 936 bestattet. Seine Frau Mathilde gründete an dieser Stelle ein Damenstift, das fast 900 Jahre bestand. In der Stiftskirche St. Servatii sind bis heute der romanische Kirchenbau und der Kirchenschatz aus der Zeit des ottonischen Kaiserhauses zu sehen. Im früheren Stift ist das Schlossmuseum mit Ausstellungen zur Stadt- und Stiftsgeschichte untergebracht.

Der Burgberg mit der Stiftskirche St. Servatii. (Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/Archiv/dpa)
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