Mit einem einfachen Trick zum Weltmarktführer
Das Familienunternehmen Mennekes aus Kirchhundem im Sauerland ist eigentlich Weltmarktführer in einem anderen Bereich. Vor der Zeit der E-Autos drehte sich alles um Industriesteckvorrichtungen. Industriestecker leiten Starkstrom und finden sich auf Campingplätzen, in Fabriken oder auf Schiffen. Noch heute bilden die Industriestecker rund die Hälfte des Geschäfts. Das Unternehmen vertreibt sie in über 90 Ländern, auf jedem Kontinent. Es gibt da also zwei Möglichkeiten für Mennekes: Noch stärker auf die Elektromobilität setzen oder sich auf Industriestecker konzentrieren.
Bei der ersten Möglichkeit, den Industriesteckern, verzeichnet Mennekes ein Portfolio von 15.000 Produkten und ist nach Ansicht des Geschäftsführers schon lange kein „hidden Champion“ mehr. „Spätestens seit der Entwicklung des Typ 2-Ladesystems für Elektromobilität sind wir international bekannt“, sagt er.
Dazu bediente sich Walter Mennekes eines Tricks: Er schrieb seinen Namen auf jeden Stecker. Alle anderen Unternehmen hatten laut Mennekes lediglich die Bezeichnung „CEE-Norm“, „CEE-Typ“ oder gar nichts auf den Steckern stehen.
Zudem entwickelte die Firma unter Walter Mennekes ein Modul, das in einem Produkt mehrere Steckverbindungstypen vereint. „So muss der Monteur statt etwa sechs Einzel-Steckdosen nur noch einen Verteilerkasten mit sechs Steckdosen anschließen“, sagt Christopher Mennekes.
Der Einbruch bei E-Autos trifft auch Mennekes
Zwar investiert Mennekes weiterhin in die Produktion der Industriestecker und bringt auch dort neue Produkte heraus. Doch die großen Sprünge geht das Unternehmen in der „neuen Welt“, im Bereich der E-Ladesysteme. Erst dieses Jahr kaufte Mennekes die Rechte an den Schnellladesystemen des Münchner Start-ups Charge-V.
Doch ausgerechnet das E-Auto-Geschäft hat in den vergangenen Jahren einen Rückschlag erlebt. „In den letzten Jahren ging es mit der Elektromobilität stetig bergauf, auch bedingt durch entsprechende Förderprogramme“, sagt Christopher Mennekes. Doch dann beendete die damalige Bundesregierung im Dezember 2023 abrupt den Umweltbonus für Elektroautos.
Die Folgen zeigten sich im darauffolgenden Jahr: 2024 gingen die Neuzulassungen rein batterieelektrischer Autos in Deutschland um 27,4 Prozent zurück, wie das Kraftfahrt-Bundesamt meldete. Für Mennekes bedeutete das: weniger Kunden, die Ladekabel oder Ladesäulen kaufen.
Die EU und Deutschland sind im Bereich der Mobilität für das Unternehmen die wichtigsten Märkte. Schwankungen hier treffen Mennekes unmittelbar, und auf dem größten Markt für E-Autos in China Fuß zu fassen, schafft das Unternehmen nicht. „Wir haben versucht, in den chinesischen Markt einzusteigen, was allerdings auch aufgrund der massiven Konkurrenz von großen Staatskonzernen nicht zielführend war“, sagt Christopher Mennekes. Zur Wahrheit gehört aber auch: Die Chinesen setzen auf einen anderen Stecker-Typ.
