Unterschätzte Todeszone
Überholen: Fast jeder Autofahrer irrt sich massiv
10.05.2026 – 07:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Bei Tempo 100 benötigt man hinter einem Lkw rund 600 Meter freie Gegenfahrbahn zum Überholen – mehr, als viele ahnen. Laut ADAC sollte man lieber gar nicht erst ausscheren, wenn man die Strecke nicht sicher überblicken kann.
Falsches Überholen zählt zu den häufigsten Unfallursachen auf Landstraßen. Viele Fahrer unterschätzen massiv, wie viel Strecke ein solches Manöver tatsächlich benötigt. Der ADAC empfiehlt deshalb, lieber gar nicht erst auszuscheren, wenn man die Strecke nicht sicher überblicken kann.
Warum ist die Gefahr so groß? Bei Tempo 100 benötigt man hinter einem Lkw rund 600 Meter freie Gegenfahrbahn. Das ist deutlich mehr, als viele ahnen. Diese Zahl ergibt sich aus einem konkreten Rechenbeispiel: Ein Auto fährt mit 100 km/h hinter einem zwölf Meter langen Lkw, der mit 80 km/h unterwegs ist. Da der Tempounterschied lediglich 20 km/h beträgt, zieht sich der Vorgang in die Länge. Rechnet man jeweils 50 Meter Sicherheitsabstand vor und hinter dem Lkw hinzu, ergibt sich die genannte Distanz.
Besonders gefährlich wird es, wenn Gegenverkehr auftaucht. Je schneller das entgegenkommende Fahrzeug fährt, desto weniger Zeit bleibt zum Reagieren.
Wichtig: Überholverbote sind nicht immer durch Schilder markiert. An unübersichtlichen Kurven oder kurz vor Kuppen fehlen diese Zeichen häufig bewusst, da die Gefahrenlage dort als offensichtlich gilt. Wer die Strecke nicht vollständig einsehen kann, darf dort laut Straßenverkehrsordnung nicht überholen.
Vor dem Ausscheren ist der Schulterblick unerlässlich, um sicherzustellen, dass man nicht selbst gerade überholt wird. Radfahrer und Fußgänger müssen außerorts mit einem Seitenabstand von mindestens zwei Metern passiert werden. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Der Zeitverlust durch Warten ist meist minimal. Wer unsicher ist, sollte im Zweifel immer hinterherfahren.











