Heilstätte Grabowsee

Diesen beeindruckenden Lost Place können Sie legal besichtigen


10.05.2026 – 07:45 UhrLesedauer: 2 Min.

Das Piano im alten Offizierskasino der ehemaligen Lungenheilanstalt Grabowsee: Dies ist eines der bekanntesten Fotomotive des Lost Place. (Quelle: imago stock&people/imago)

Nordöstlich von Oranienburg liegt ein verfallenes Klinikgelände im Kiefernwald direkt am See. Die Heilstätte Grabowsee lässt sich legal erkunden.

Lost Places (auf Deutsch: aufgegebene/verlassene Orte) sind für viele Menschen faszinierend. Sie erzählen Geschichten aus längst vergangenen Tagen und von menschlichen Schicksalen, an die sich heute kaum noch jemand erinnert.

Meistens sind solche Orte aber nicht begehbar, zumindest nicht legal. Wer dennoch Warnungen, Schilder und Zäune ignoriert und abgesperrtes Gelände betritt, muss mit einer Anzeige wegen Hausfriedensbruchs rechnen. Doch im Norden Berlins gibt es einen Lost Place, der auf eigene Faust erkundet werden kann – legal und fast ohne Einschränkungen.

Die ehemalige Lungenheilstätte Grabowsee liegt nordöstlich von Oranienburg, eingebettet in einen typisch brandenburgischen Kiefernwald, auf einer Seite gesäumt vom namensgebenden See. Wer das Gelände besuchen will, muss sich vorher telefonisch beim Pächter anmelden. Die Handynummer findet man auf der Webseite der Heilstätten.

Das Gelände ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht gut zu erreichen, Interessierte sollten lieber auf das Auto oder das Fahrrad setzen. Die ehemalige Heilstätte liegt praktischerweise am Radfernweg Berlin–Kopenhagen. Einmal angekommen, ruft man den Pächter noch einmal an und bezahlt einen Eintrittspreis von zehn Euro. Wer mit dem Handy oder der Kamera Fotos machen will, muss noch einmal zehn Euro bezahlen.

Nach einer kleinen Einführung kann man das weitläufige Areal eigenständig erkunden. Alle Gebäude sind mehr oder weniger gut erhalten und begehbar, mit kleineren Einschränkungen. Sogar die tunnelartigen Kellergänge kann man besichtigen. Festes Schuhwerk ist unverzichtbar, da mancherorts Schutt und Scherben liegen. Kinder müssen Helme tragen, die mitgebracht werden müssen (etwa einen Fahrradhelm). Auch an wärmeren Tagen lohnt es sich, eine Jacke mitzunehmen – in den alten Gebäuden kann es kalt werden. Die Kellerräume kann man am besten mit einer Taschenlampe erkunden.

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