Höhere Steuern
Handwerkspräsident warnt vor „Todesspirale“
10.05.2026 – 08:18 UhrLesedauer: 2 Min.
Das Handwerk schlägt Alarm: Steuererhöhungen für Spitzenverdiener treffen laut Handwerkspräsident Dittrich direkt die Leistungsträger.
In der Debatte um die geplante Steuerreform sperrt sich das Handwerk gegen mögliche Steuererhöhungen für Spitzenverdiener. „Viele Unternehmen sind Personenunternehmen, bei denen die Einkommensteuer gleichzeitig die Unternehmenssteuer ist“, sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Jörg Dittrich, der „Bild am Sonntag“. „Wenn dann gesagt wird, wer sechsstellig verdient, könne mehr abgeben, trifft das direkt die Leistungsträger.“ Eine Entlastung von Unternehmen bei der Körperschaftsteuer kommt nach Dittrichs Worten bei drei Viertel der Handwerksbetriebe nicht an. „Wir machen es noch schlechter für die.“
Die Steuerpolitik müsse stärker an Leistung ausgerichtet werden, forderte der Handwerkspräsident. „Ich höre ganz häufig den Vorwurf, nicht nur von Selbstständigen, sondern auch von Vorarbeitern, Leistungsträgern, angestellten Facharbeitern in den Betrieben: Wenn ich mehr arbeite, habe ich nichts davon.“
Es könne zwar „sein, dass mehr Belastung notwendig ist für jemanden“, sagte Dittrich. „Aber bitte nicht für die Leistungsträger, die unternehmerisch in die Verantwortung gehen und von denen wir hoffen, dass sie investieren. Wie sollen sie das machen, wenn wir ihnen das Geld vorher wegnehmen?“
Dittrich fordert indes eine „Sanierung der sozialen Sicherungssysteme“. Arbeit sei zu stark mit Steuern und Abgaben belastet. „Dadurch werden Leistungen zu teuer und finden gar nicht statt. Und Leistungen, die nicht stattfinden, bringen auch keine Sozialabgaben. Das ist eine Todesspirale“, sagte er weiter.
Die Bundesregierung hat grundlegende Reformen bei Gesundheit, Pflege und Rente angekündigt mit dem Ziel, dass die Beiträge nicht aus dem Ruder laufen. Das könnte innerhalb der schwarz-roten Koalition noch zu Konflikten führen. Wirtschaftsverbände beklagen seit langem eine im internationalen Vergleich hohe Steuer- und Abgabenlast, hohe Energiepreise sowie zu viel Bürokratie.
