Umfrage zu Kontogebühren

Jeder vierte Bankkunde zahlt über 100 Euro fürs Girokonto


Aktualisiert am 06.06.2026 – 10:54 UhrLesedauer: 2 Min.

Besonders viel Gebühr müssen laut Verivox-Umfrage Sparkassen-Kunden zahlen. (Symbolbild) (Quelle: Sina Schuldt/dpa/dpa-bilder)

Immer mehr Bankkunden zahlen hohe Gebühren für ihr Girokonto – besonders teuer wird es bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken.

Ein Girokonto kostet viele Verbraucher deutlich mehr als noch vor einigen Jahren. Nach einer aktuellen Umfrage des Vergleichsportals Verivox zahlt mittlerweile fast jeder vierte Bankkunde mindestens 100 Euro jährlich für die Kontoführung. Bei einem Teil der Kunden liegen die Kosten sogar deutlich darüber.

Den Ergebnissen zufolge geben 23 Prozent der Befragten an, für ihr Girokonto mindestens 100 Euro im Jahr zu bezahlen. Fünf Prozent kommen sogar auf mehr als 200 Euro jährliche Kontogebühren. Ein kostenloses Girokonto nutzen dagegen nur noch 18 Prozent der Befragten.

Maximalhöhe?

Es gibt keine gesetzliche Obergrenze für Kontoführungsgebühren. Aus diesem Grund schwanken die Preise zwischen den einzelnen Kreditinstituten deutlich.

Sparkassen-Kunden zahlen am meisten

Besonders häufig fallen hohe Gebühren bei Sparkassen an. Dort zahlt mehr als jeder dritte Kunde einen dreistelligen Betrag pro Jahr für sein Konto. Auch bei Volks- und Raiffeisenbanken liegen die Kosten für viele Kunden über der Marke von 100 Euro jährlich. Hier betrifft das knapp 26 Prozent der Befragten.

Die Gebühren werden entweder monatlich oder quartalsweise vom Konto des Kunden abgebucht.

Günstiger oder sogar kostenlos sind Girokonten häufig bei Direktbanken und sogenannten Smartphone-Banken erhältlich. Allerdings sind diese Angebote oft an Bedingungen geknüpft. So verlangen einige Institute einen regelmäßigen monatlichen Geldeingang oder der Kunde muss ein Schüler oder Student sein. Aber auch das Alter spielt eine Rolle: Einige Banken bieten ein kostenloses Girokonto bis zum 27. Lebensjahr an.

Allerdings verzichten Direktbanken auf ein Filialnetz und persönliche Beratung vor Ort. Das drückt jedoch die Kosten für die Bank.

Filialnetz treibt Kosten hoch

Nach Ansicht von Verivox erklärt genau dieser Unterschied einen Teil der Preisunterschiede. Sparkassen unterhalten bundesweit zahlreiche Filialen, auch in ländlichen Regionen. Das verursache höhere Kosten, biete vielen Kunden aber gleichzeitig einen zusätzlichen Service.

„Nach wie vor betreiben die Sparkassen ein dichtes Filialnetz, das weit in den ländlichen Raum hineinreicht“, sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. Die persönliche Beratung vor Ort stelle für viele Verbraucher einen Mehrwert dar, der sich auch in den Kontogebühren widerspiegele.

Zur Untersuchung

Für die Erhebung befragte das Marktforschungsinstitut Innofact Ende April 2026 insgesamt 1.003 Personen zwischen 18 und 79 Jahren im Auftrag von Verivox. Nach Angaben des Unternehmens ist die Umfrage hinsichtlich Alter, Geschlecht und Bundesland repräsentativ.

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