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Home » Diese Zahlen sprechen gegen einen Einstieg
Wirtschaft

Diese Zahlen sprechen gegen einen Einstieg

By zeit-heute.deJuni 7, 20264 Mins Read
Diese Zahlen sprechen gegen einen Einstieg
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Bis zum Mond und wieder zurück

Wer bei SpaceX einsteigt, spielt mit dem Feuer


07.06.2026 – 14:45 UhrLesedauer: 5 Min.

imago images 0811197249Vergrößern des Bildes

Falcon 9-Rakete schießt Starlink-Satelliten in die Luft (Archivfoto): Der Hype um den Börsengang entfacht weltweit großes Interesse bei Anlegern. (Quelle: Joe Marino/imago-images-bilder)

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SpaceX begeistert die Börse mit großen Zukunftsvisionen. Doch historische Daten zeigen, dass die Euphorie der Anleger zum Start oft nicht lange anhält.

Börsengänge haben etwas mit einem Theaterstück gemeinsam. Wenn sich der Vorhang hebt, zählt der erste Eindruck. Scheinwerfer richten sich auf die Hauptdarsteller, die Kulisse wirkt beeindruckend und überwältigend. Doch erst im Laufe des Stücks zeigt sich, ob die Geschichte wirklich trägt.

Vor genau dieser Frage stehen derzeit viele Anlegerinnen und Anleger. Sollten sie beim Börsengang von SpaceX, der voraussichtlich am 12. Juni stattfindet, von Anfang an dabei sein und direkt nach der Eröffnungsglocke Aktien kaufen? Oder ist es klüger, zunächst abzuwarten und später eine Entscheidung zu treffen?

Ein Blick auf frühere Börsengänge liefert eine überraschend klare Antwort – und zeigt, was für Ihr Depot langfristig die bessere Wahl sein könnte.

Der größte Börsengang aller Zeiten

Der Börsengang von SpaceX steht unmittelbar bevor und dürfte als größter IPO der modernen Finanzgeschichte in die Bücher eingehen. IPO steht für „Initial Public Offering“ – den erstmaligen Verkauf von Aktien eines Unternehmens an der Börse.

Die Eckdaten aus dem jüngst veröffentlichten Wertpapierprospekt (S-1 Filing) zeigen gigantische Dimensionen.

  • SpaceX strebt eine Marktkapitalisierung von bis zu 2,0 Billionen US-Dollar an. Jüngste Berichte deuten auf eine leichte Anpassung auf mindestens 1,8 Billionen Dollar hin.
  • Damit würde das Unternehmen sofort in einer Liga mit Tech-Giganten wie Apple, Nvidia oder Microsoft spielen – und wäre rund 20-mal so groß wie Facebook (heute Meta) beim Börsengang im Jahr 2012.
  • Vergleichbare IPOs dieser Größenordnung gibt es praktisch nicht.

Zudem will SpaceX frisches Kapital von 75 bis 80 Milliarden US-Dollar einsammeln. Damit würde der bisherige Rekordhalter Saudi Aramco, der 2019 rund 29 Milliarden Dollar erzielte, um fast das Dreifache übertroffen.

Warum die meisten IPOs Anleger enttäuschen

Die Hoffnung vieler Anlegerinnen und Anleger ist immer dieselbe: möglichst früh bei einem künftigen Börsenstar dabei zu sein. Die historischen Daten zeichnen jedoch ein deutlich ernüchterndes Bild.

Von 36 US-Unternehmen, die mit einer Bewertung von mindestens 15 Milliarden Dollar an die Börse gingen, konnten nur neun den US-Leitindex S&P 500 schlagen. Ein Leitindex bündelt die größten börsennotierten Unternehmen eines Landes und dient als Vergleichsmaßstab für die Entwicklung des Gesamtmarktes. Weniger als die Hälfte der untersuchten Unternehmen erzielte überhaupt eine positive Rendite.

Besonders bemerkenswert: Viele Börsengänge starten zunächst spektakulär. Laut Daten des IPO-Forschers Jay Ritter legten US-Börsengänge zwischen 2011 und 2024 am ersten Handelstag durchschnittlich um 23 Prozent zu. Die Euphorie hält jedoch meist nicht lange an. In den folgenden drei Jahren lagen die Unternehmen im Durchschnitt 25 Prozentpunkte hinter dem Gesamtmarkt zurück.

Der Börsenstart ist damit oft das Beste, was Anleger von einer Aktie zu sehen bekommen. Die Liste der Enttäuschungen ist lang:

  • Der Klarna-Börsengang im September 2025 illustriert das Phänomen des „IPO-Hypes“ besonders deutlich. Die Aktie startete bei 40 Dollar, stieg am ersten Handelstag zeitweise auf 52 Dollar und brach anschließend wegen steigender Kreditausfallrisiken und Sammelklagen massiv ein. Anleger, die in der Anfangseuphorie kauften, sitzen heute auf deutlichen Verlusten.
  • Das Beispiel Birkenstock zeigt ein weiteres typisches IPO-Problem: die Überbewertung etablierter Geschäftsmodelle beim Börsenstart. Birkenstock ging im Oktober 2023 zu 46 Dollar je Aktie an die Börse. Nach dem Handelsstart geriet der Kurs unter Druck und erholte sich erst kürzlich wieder auf rund 45 Dollar – unter anderem dank eines Aktienrückkaufprogramms über 250 Millionen Dollar im Mai 2026. Wer zum Börsenstart einstieg, musste über Jahre eine Nullrendite oder erhebliche Buchverluste hinnehmen.
  • Lyft verlor seit seinem Börsengang sogar rund 83 Prozent an Wert, UiPath etwa 85 Prozent. Selbst prominente Namen wie Uber oder Coinbase konnten die hohen Erwartungen vieler Anleger über lange Zeit nicht erfüllen. Für jeden Börsenstar wie Google oder Palantir gibt es zahlreiche Unternehmen, deren Aktien dauerhaft hinter den Hoffnungen der Investoren zurückblieben.
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